Aktuelles von der Kreisgruppe Berchtesgadener Land

Anstehende Termine 2020:

Sonntag, 27.09.2020 10.00 bis 14.00 Uhr

Allgemeines Übungsschießen unserer Kreisgruppe in Unken
 

Samstag, 07.11.2020 18.00 Uhr 

Hubertusmesse in Bad Reichenhall, St. Zeno - In diesem Jahr findet anschließend keine offizielle Feier statt.

Wichtige Information! - Hegeschau 2020 abgesagt

Wichtige Information!

Aufgrund eines Schreibens des Ministeriums an das Landratsamt Berchtesgadener Land fällt die diesjährige Hegeschau in unserem Landkreis aus. Bei evtl. Rückfragen wenden Sie sich an den 1. Vorsitzenden Hans Berger (Tel.: 08666/8970 od. 0175/ 5944033)

 

Ein langer Abendansitz mit erfolgreichem Ende

Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands hält Neuwahlen zur Jahreshauptversammlung ab

Die Kreisgruppe Berchtesgadener Land des BJV hatte geladen und über 150 Mitglieder fanden sich beim Altwirt in Piding ein.

Zunächst hieß der Vorsitzende Hans Berger nach der musikalischen Begrüßung durch die Reichenhaller Jagdhornbläser die Anwesenden willkommen und gab im Anschluss einen Überblick auf den vollen Terminkalender des vergangenen Geschäftsjahres. Über 50 Termine hatten der Vorsitzende und seine Stellvertreter zu bewältigen gehabt – von Sitzungen in der Zentrale des BJV in Feldkirchen über Treffen mit der Staatsministerin bis hin zu Besprechungen im Landratsamt, Treffen mit den Staatsforsten und dem Nationalpark. Darüber hinaus gab es viele, viele Gespräche mit Jägern am Telefon und bei Revierbegängen.

Hans Berger nutzte die Rede, um auf die Probleme im Verband einzugehen. Ein vieldiskutierter Vorfall war der Fund der toten Hirschkälber im Nationalpark. Er wisse wohl, dass mehr Reaktion vom Vorstand erwartet wurde, „aber wir haben nicht die Aufgabe zu ermitteln oder anzuschuldigen! Das gibt unsere Satzung nicht her!“, führte Berger aus. Auch sei ihm bekannt, dass die Vegetationsgutachten von einigen Jägern kritisch betrachtet würden. Einige haben den Eindruck, der Verbiss werde seitens der Förster zu oft als zu hoch eingestuft, was manchmal nicht der Einschätzung der Jäger entspräche. „Aber hier ist nicht der BJV sondern die Behörde der Ansprechpartner!“, so Berger. Er wisse um all diese Unstimmigkeiten, doch habe er stets das Gespräch gesucht.

Er wünsche sich mehr Miteinander und weniger Gegeneinander in der Kreisgruppe und dankte der gesamten Vorstandschaft, die immer an einem Strang ziehe.

Werner Schmölzl führte als zweiter Vorsitzender aus, dass es ein großes Ziel der vielen Gespräche mit dem Ministerium sei, dass der Waldumbau neu organisiert werden muss. Dieser könne nicht nur mit der Waffe erreicht werden. „Die neuen Klimaverhältnisse stellen den Waldbau vor neue Herausforderungen. Es muss deutlich werden, dass ein nachhaltiger Umbau nicht nur allein mit der Büchse, sondern nur unter Zuhilfenahme aller Möglichkeiten erreicht werden kann!“, forderte Schmölzl.

Andreas Wolf betonte als Verantwortlicher für das Jagdhundewesen die Notwendigkeit brauchbarer Jagdhunde. „Jagdhunde sollen nicht nur einfach schön aussehen – sie müssen auch brauchbar arbeiten können!“ Den Nachsuchengespannen von Andreas Soyter und Mirko Lietz sprach er unter Beifall der Versammlung seinen besonderen Dank aus. „Im letzten Jahr wurden sie 68 mal angefordert - und das zu jeder Tages- und Nachtzeit!“, so Andreas Wolf.

Nach den Ehrungen für langjährige Mitglieder (s. Bild), dem Kassenbericht durch Schatzmeisterin Claudia Pfnür sowie dem Bericht der Kassenprüfer folgte die Entlastung des Vorstandes.

In der folgenden Wahl gab zwei Bewerber für das Amt des Vorsitzenden.

Zunächst betonte Hans Berger die Notwendigkeit einer angepassten Jagd, eines Aufräumens mit den feudalen Strukturen des Landesverbandes in München und eines geschlossenen Auftretens der Jäger. Weiters präsentierte er sein Team für die Wahl, wobei als neues Mitglied Polizeidirektor Edgar Dommermuth vorgestellt wurde. „Wald mit Wild ist das Ziel. Und hierzu sind Geschlossenheit und Gespräche mit AELF, Ministerium und den Staatsforsten wichtiger denn je!“

Als weiterer Bewerber stellte sich Dieter Danzberger aus Berchtesgaden vor. Er dankte der bestehenden Vorstandschaft, übte aber auch Kritik. Er habe festgestellt, dass viele Mitglieder frustriert seien. Einen Hauptkritikpunkt sah er im Vegetationsgutachten, dessen Entstehung manchmal nicht nachvollziehbar sei. Nicht zuletzt im Berchtesgadener Gebiet, wo in der Vergangenheit die Gutachten zur Hälfte „rot“ gewesen seien, seien jetzt 100% rot, d.h. der Verbiss ist dort als „nicht tragbar“ eingestuft. Es sei auffällig, „dass gerade in dieser Zeit ein Wechsel der zuständigen Förster stattgefunden hat und die letzten Aufnahmen ein neuer Förster gemacht hat!“, so Danzberger. Er monierte weiter die teilweise nicht aktualisierte Homepage.

In der anschliessenden geheimen Wahl wurde Hans Berger mit rund 70% der Stimmen (102:42 bei 6 ungültigen Stimmen) im Amt bestätigt. Der Rest der Vorstandschaft wurde per Handzeichen wiedergewählt: 2. Vorsitzender Werner Schmölzl, 3. Vorsitzender Max Neudecker, Schatzmeisterin Claudia Pfnür, stv. Schatzmeister Georg Rausch, Schriftführerin Eva Stowasser und für die Öffentlichkeitsarbeit Dr. Christoph Werner. Edgar Dommermuth folgt dem ausscheidenden Markus Leppertinger als stellvertretender Schriftführer in den Vorstand.

Die Schlussansprache des alten und neuen Kreisvorsitzenden Hans Berger war geprägt vom Wunsch, die Kreisgruppe zu einen. „Lasst uns miteinander reden! Ich strecke die Hand aus!“ sagte er in Richtung der Berchtesgadener Jägerschaft.

Nach vier Stunden Abendansitz schlossen die Bad Reichenhaller Jagdhornbläser musikalisch die Versammlung.

2020Ehrungen

Der BJV ehrte seine treuesten Mitglieder (v.l.n.r) 1. Vorsitzender Hans Berger, August Schiel (50 Jahre), Hubert Meier (50 Jahre), Heinz Weichselmann (40 Jahre), Wilhelm Krammer (40 Jahre), Helga Datz (25 Jahre) und Franz Schmid (25 Jahre), 2. Vorsitzender Werner Schmölzl, 3. Vorsitzender Max Neudecker

2020Vorstand1

Der neue Vorstand der Kreisgruppe (v.l.n.r.) Max Neudecker, Georg Rausch, Dr. Christoph Werner, Eva Stowasser, Hans Berger, Claudia Pfnür, Edgar Dommermuth und Werner Schmölzl

Forschung und Monitoring als großes Anliegen des Bayerischen Jagdverbandes auf regionaler und überregionaler Ebene

Vertreter der Kreisgruppe Berchtesgadener Land und des BJV setzen sich für unsere heimischen Schalenwildarten im Rahmen der Gesprächsrunden im Nationalpark Berchtesgaden ein – nicht allein forstliche Interessen und Ergebnisse aus Inventuren und Gutachten dürfen die Abschusshöhe bestimmen.

Zusammen mit dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Berchtesgaden, Hans Berger, vertritt Thomas Schreder, Mitglied im Beirat des Nationalparks, Biologe und Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, in der „Arbeitsgruppe Forschung und Monitoring“ die Interessen unserer heimischen Schalenwildarten, insbesondere von Gams und Rotwild. „Gerade für die Gams haben wir in unserem Nationalpark eine ganz besondere Verantwortung und die Verpflichtung durch ein geeignetes Monitoring, mehr über diese Wildart und den Zustand ihrer Population herauszufinden. Dafür muss es im Nationalpark ein geeignetes Monitoring geben, denn für die Bewirtschaftung dieser Wildart dürfen im NP nicht allein die Ergebnisse eines Forstlichen Gutachtens als Grundlage zur Findung der Abschusshöhe herangezogen werden.“  Mit dieser Forderung stehen die Vertreter des BJV nicht alleine da. Führende Wissenschaftler und Praktiker aus verschiedenen Ländern sehen ein fundiertes Monitoring für die Gams, die im Anhang FFH-Richtlinie gelistet ist, als notwendig an und die Europäische Union verpflichtet Deutschland dies auch umzusetzen. Gerade in einem Nationalpark dürfen neben dem Nationalparkplan, nicht ausschließlich forstwirtschaftliche Interessen zur Abschussplanung herangezogen werden, wie das von Vertretern manch anderer Verbände immer wieder gefordert wird. „Ich freue mich sehr, dass jetzt mit einem neu eingerichteten Lehrstuhl an der TU München mit drei Projekten diesem Gedanken Rechnung getragen wird“, so Schreder nach dem ersten Fachtreffen zu diesem Thema. Eine besondere Verantwortung bei der Umsetzung dieses Ziels hat die örtliche Jägerschaft, die rund um den Nationalpark die Bejagung vornimmt. Hans Berger, Vorsitzender der Kreisgruppe Berchtesgadener Land, freut sich, in diesem Kreis die Interessen des Wildes aus der Sicht der örtlichen Jägerschaft vertreten zu können. „Für uns ist ein verträgliches Miteinander von Wild und Wald oberstes Ziel. Außerhalb des NP müssen wir dazu die verständlichen Ziele der Grundeigentümer einbeziehen, aber niemals ohne dabei die Interessen des Wildes zu vergessen. Als gewählter „Anwalt des Wildes“ ist es unsere Aufgabe uns für die Belange des Wildes einzusetzen. Für mich ist es besonders wichtig bei der Umsetzung dieser Ziele als Bindeglied zwischen der örtlichen Jägerschaft, den anliegenden Grundeigentümern und der Nationalparkverwaltung wirken zu können. Nicht immer einfach, aber sehr wichtig und vor allem wert sich einzusetzen. Unser Wild hat es verdient!“ Für BJV Vizepräsident Schreder endet das Monitoring für die Gams nicht an den Grenzen des Nationalparks oder im Landkreis Berchtesgadener Land. „Unser Gamswild braucht für den gesamten Alpenbereich ein fundiertes Monitoring. Dafür müssen wir uns in allen Bereichen einsetzen. Im Nationalpark kann dafür eine gute Blaupause entstehen, die dann vielleicht Anwendung in ganz Bayern finden kann. Auch das ist in meinen Augen der Auftrag an einen Nationalpark, sich als Vorreiter für mehr Wissen über unsere Wildtiere zu positionieren. Eine große Chance – wir werden dafür kämpfen, abgestimmt zwischen der örtlichen Jägerschaft und dem Bayerischen Jagdverband!“

PMWild

BJV Vizepräsident Thomas Schreder und Hans Berger, Vors. Kreisgruppe Berchtesgadener Land

Hubertusfeier der Kreisgruppe BGL mit besinnlichem Gottesdienst

Einsatz für Waidgerechtigkeit und Dialog waren Inhalt der Hubertusansprache

Dieses Jahr wurde der Hubertustag, der immer ein besonderer Festtag für die Jäger ist, in Piding begangen.
Feierlich und ehrenvoll mutete der Platz vor dem Pidinger Altwirt an, als bei einbrechender Dunkelheit die Jäger zum Verblasen der Strecke eintrafen. Auf Tannenzweigen waren die heimischen, erlegten Wildarten ausgelegt, umrahmt von brennenden Fackeln.
Der erste Vorsitzende Hans Berger wandte sich zunächst mit nachdenklichen Worten an die Zuhörer. Ist es denn noch zeitgemäß in Zeiten von Internet und fortschreitender Technisierung, sich zu Ehren eines Schutzpatrons zu treffen und eine entsprechende Feier abzuhalten. „Der Heilige Hubertus hat uns das ganze Jahr begleitet und Unheil abgewandt.“ Vielen Menschen sei die Bedeutung von heutigen Schlagworten wie „Fridays for Future“ oder Klimawandel“ nicht bewusst. Das beste Beispiel war die Aktion „Rettet die Bienen“, sagte Hans Berger und ergänzte: „Von selbst ernannten Naturschützern und Gegnern, von Forderungen, die Jagd ganz einzustellen oder ganzjährig sogar mit Nachtsichtgeräten auszuüben, distanzieren wir uns im Berchtesgadener Land.“ „Wir schöpfen von der Natur, vom Zuwachs des jagdbaren Wildes ab und verwerten es regional.“
Hans Berger appellierte an alle, für einen guten Umgang miteinander, für Offenheit und Toleranz. So schloss der Vorsitzende sein Grußwort.
Eine alte Tradition ist, dass bei der Hubertusfeier die Strecke „verblasen“ wird. Dazu gab es von den Rupertiwinkler Jagdhornbläsern für jede erlegte Wildart ein entsprechendes Jagdsignal. Hans Berger informierte hier zu den einzelnen Abschusszahlen. Im Anschluss dankte er Christiane Fagerer und der Familie Jegan für die perfekte Vorbereitung.
Danach wanderte die Jagdgesellschaft in die nahe Pfarrkirche, um den gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Pfarrer Ionel Anghel feierte die Messe und Diakon Peter Walter hielt die Predigt, so wie man es von ihm gewohnt ist in bayerischer Mundart.
Nach der eindrucksvollen Messe trafen sich die Teilnehmer im herbstlich dekorierten Altwirtssaal. Hans Berger konnte viele Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt, der Leiter des Forstbetriebst Berchtesgaden, Dr. Daniel Müller, der 2. Bürgermeister der Gemeinde Piding Andreas Argstatter, der auch ein Grußwort an die Festgäste richtete.
Helmut Fürle, als Landratstellvertreter unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Waldes als natürlicher Lebensraum des Wildes.
Ein besonderer Moment der Hubertusfeier war die Vergabe der Jägerbriefe. Acht neue Jungjäger, davon 5 Frauen, erhielten eine kunstvoll gestaltete Urkunde von der Vorstandschaft überreicht.
Bei zünftiger musikalischer Unterhaltung mit der „Leitenbach Musi“ wurde anschließend fröhlich weitergefeiert.

Bilder zur Hubertusfeier finden Sie in unserer Galerie

Zukunftswald geht nur miteinander

Waldbegang mit Staatsministerin Michaela Kaniber – Waldbesitzer, Förster und Jäger müssen an einem Strang ziehen

von Monika Konnert

Weildorf/Teisendorf: Zu einem gemeinsamen Waldbegang mit Staatsministerin  Michaela Kaniber hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein und die  Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Bayerischen Jagdverband Grundeigentümer,  Waldbauern, Jäger  und  Vertreter zuständiger Behörden nach Patting bei Weildorf, Gemeinde Teisendorf, eingeladen. Anhand  konkreter Waldbilder sollten gemeinsam zukunftsfähige Strategien „Wald-Wild-Jagd“ diskutiert werden, so dass eine neue Generation klimatoleranter Mischwälder aufwachsen kann. 

Das Thema sei von höchstem Interesse, so die Forstministerin, deshalb sei es ihr wichtig, sich vor Ort ein Bild von Wald und Jagd zu verschaffen. Denn der Klimawandel schreite deutlich schneller voran als angenommen und bringe auch die Wälder in Bayern in Stressituationen. Der Umbau in Mischwälder müsse daher offensiv vorangetrieben werden. Dabei spiele die Jagd eine Schlüsselrolle, damit sich die Wälder der Zukunft frühzeitig im Schutz der Altbestände etablieren und  die Naturverjüngung oder die durch Pflanzung eingebrachten Bäumchen nicht gleich verbissen werden.  Deshalb seien flächig waldverträgliche Wildbestände unbedingt notwendig.

Bei einem Rundgang durch das Gemeinschaftsjagdrevier Weildorf II wurden an einem sogenannten “Käferloch“, wo die Fichte durch Borkenkäferbefall ausgefallen ist, die  Probleme der Fichte im Klimawandel diskutiert.  Alfons Leitenbacher, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwritschaft und Forsten (AELF), zeigte  anhand der Standort- und Risikokarte für den Wald bei Patting, dass in  naher Zukunft aufgrund des Klimawandels das Risiko der Fichte deutlich zunehmen wird. Andere Baumarten wie Tanne und Buche werden mit dem Klima der Zukunft besser zurechtkommen. Daher sei der Waldumbau hin zu klimatoleranten Mischwäldern mit vielen Baumarten ein Gebot der Stunde. An vielen Stellen sei in den Wäldern Naturverjüngung unterschiedlichster Baumarten vorhanden, so Leitenbacher, und zeigte am Beispiel einer ein Quadratmeter großen, markierten Fläche, dass darunter neben kleinen Fichten auch Tannen- und Buchensämlinge sind.  Damit sie hochkommen können, müsse das Pflegekonzept und der Wildbestand passen. Leider sei im Landkreis der Anteil „günstiger“ und „tragbarer“ Reviere  zurückgegangen. Dies müsse man ändern, so die Forstministerin. Vor allem die „dauerhaft roten“ Reviere habe man nicht nur in unserer Region sondern bayernweit im Blick. „Für sie sollen neben der behördlichen Abschußplanung  auf die Beteiligten und die Region maßgeschneiderte Leitlinien erarbeitet werden, die eine eigenverantwortliche Umsetzung vor Ort ermöglichen“, so Kaniber. Dies habe das Ministerium im Januar beschlossen und an die Landratsämter als Weisung hinausgegeben. Generell wurde insbesondere von den Waldbesitzervertretern gefordert, dass die Untere Jagdbehörde die gesetzlichen Vorgaben noch konsequenter umsetzen und die Grundeigentümer besser schützen müsste.   

Die Jäger im Landkreis würden sich bemühen, dass  artenreiche und naturnahe Mischwälder  wachsen können, so der Vorstand der Jäger im Landkreis, Hans Berger. Solche Wälder bieten auch den besten Lebensraum für das Wild.  Im Gemeinschaftsjagdrevier Weildorf II, so Tobias Berger, sei man mit dem neuen Rehwildjagdkonzept, dass er vorstellte, auf einem sehr guten Weg.  Hans Berger berichtete über  die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Bewirtschaftung von r Rehwildrevieren“. In der Gruppe arbeiten  Vertreter der  Grundeigentümer, der Jägerschaft, des AELF  und der  Jagdberater für Niederwild der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt zusammen.   Im Zentrum steht dabei das klare Bekenntnis,  dass ein waldverträglicher Wildbestand auf möglichst ganzer Fläche das gemeinsame Ziel ist und jagdliche Probleme vor Ort mit den Beteiligten geregelt werden müssen.   Waldbewirtschaftung und Waldaufbau sollten besser aufeinander abgestimmt werden. Außerdem sollen vielfältige tierschutzgerechte Jagdmethoden einschließlich revierübergreifender Jagden zur Anwendung kommen und die Lebensräume des Wildes außerhalb des Waldes aktiv verbessert werden. Einig sei man sich auch, dass angepasste Rehwildbestände bei uns im Normalfall keine Fütterung brauchen, außer in „echten“ Notzeiten, wo aber keinesfalls Kraftfutter ausgebracht werden dürfe.  

In der anschließenden angeregten Diskussion zeigte sich, dass die einzelnen Interessensgruppen  durchaus auch unterschiedliche Meinungen vertreten, dass man aber offen und konstruktiv miteinander redet und im Grundsatz dasselbe Ziel verfolgt: den Wald zukunftstauglich zu machen. Staatsministerin Michaela Kaniber lobte denn auch die „Kultur des Miteinanders“, die  hier in der Region gelebt werde. Es sei richtig, dass man sich angesichts der dramatischen  Situation für den Wald im Landkreis entschlossen habe, sich auf Augenhöhe zu begegnen und miteinander zu reden“. Dies sei der richtige Weg und zeige das sich jeder, Grundeigentümer, Waldbesitzer, Förster, Jäger,  seiner Verantwortung bewußt sei und sich den Herausforderungen stelle. Dies könne ein Modell für ganz Bayern sein.

Foto:  M. Konnert

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Foto: Staatsministerin  Michaela Kaniber folgt den Ausführungen von Hans Berger. Rechts im Bild Amtsleiter Alfons Leitenbacher

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Foto: Hochstand: Staatsministerin  Michaela Kaniber ließ sich von Hans Berger einen Hochstand zeigen

Weitere Bilder finden Sie in unserer Gallerie

 

Schweisshund unseres anerkannten Nachsuchenführers Mirko Lietz bei einer Nachsuche am Untersberg tödlich verunglückt

Mit großer Bestürzung muss ich Euch mitteilen, dass der Hannoversche Schweisshund Aron von der Wermutschneid unseres Jagdberaters Niederwild und Nachsuchenführers Mirko Lietz am Samstag, 07.09, bei einer Nachsuche am Untersberg tödlich verunglückt ist.

Er kam zu Tode, als er bei der Nachsuche auf ein verletztes Alttier mit demselben in den Abgrund gerissen wurde. Jeder, insbesondere wenn er selbst einen Hund hat, kann ermessen, welchen Verlust der Hundeführer erlitten hat. Mirko hat mit seinem 4-jährigen Rüden schon viele erfolgreiche Nachsuchen für unsere Kreisgruppe durchgeführt. Und es führt uns vor Augen, wieviel Risiko die Nachsuchengespanne eingehen, wenn Sie für uns im Einsatz sind. Mit Aron hat Mirko einen treuen Jagdgefährten und ausgezeichneten Schweisshund verloren.

Aron

Grenzüberschreitende Kommunikation zu jagdlichen Themen

Auf Einladung der Bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, MdL trafen sich Anfang Juli die Vertreter der Jagd aus Berchtesgaden, Hans Berger (2vr), Hans Niederberger (2vl) und Werner Schmölz (l), Salzburgs Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof (3vl) und BJV Pressesprecher und Vizepräsident Thomas Schreder (r) im Bayerischen Landtag. Aktuelle Themen aus der Region sowie Planungen für gemeinsame grenzüberschreitende Projekte prägten das informative Gespräch. Alle Teilnehmer waren sich einig, den fachlichen Austausch zeitnah fortzusetzen, um in die Planung konkreter Maßnahmen einzusteigen.

 Kaniber mellenhof

Informationen zu Schalldämpfern in Österreich

Aktuelles Schreiben vom Innenministerim in Österreich

In Beantwortung Ihres Schreiben vom 11.01.2019 darf zur Klarstellung darauf hingewiesen werden, dass gemäß § 17 Abs. 3a WaffG Schalldämpfer ohne Bewilligung nur für nachweislich zur Ausübung der Jagd mitgebrachte oder eingeführte Schusswaffen mitgenommen und besessen werden dürfen.

Dies bedeutet, dass die Mitnahme von Schalldämpfern aus Deutschland nach Österreich zum (alleinigen) Zweck der Verwendung auf Schießstätten (z.B. zum Einschießen) – auch Jägern - nicht gestattet ist.

Nur jene Schalldämpfer, die nachgewiesener Maßen zur Jagd nach Österreich mitgenommen werden, dürfen im Rahmen der Jagdreise auch auf Schießstätten verwendet werden.

  1. Januar 2019

Für den Bundesminister:

AL Mag. Bernhard Moser

Jäger üben für die kommende Jagdsaison

Frühjahrsschießen 2019 der Kreisjägerschaft erfolgreich in Unken durchgeführt.

Berchtesgadener Land: Treffsicher schießende Jagdwaffen auf der Jagd zu führen ist eine wichtige Grundlage sicherer und waidgerechter tierschutzkonformer Jagdausübung. Dem dienen speziell im Frühjahr vor Aufgang der Jagd das Einschießen und Kontrollschießen.
Es gibt dazu landesweit Schießveranstaltungen, die nach regionalen speziellen Anforderungen unterschiedlich strukturiert sind. Der BJV-Kreisschießobmann Tobias Berger und der Vorstand legten nach diesen Gesichtspunkten die Schwerpunkte des Schießens fest.
Neben dem Einschießen bzw. Kontrollschießen der Gewehre, dem sich alle unterzogen , war seitens der Schießorganisationsmannschaft der Erwerb der BJV-Jubiläumsnadel auf 100m auf Rehbock- oder Gamsscheibe, ebenso die spezielle BJV-Gamsnadel auf 100m und 250m zu schießen, angeboten. Eine Wildscheibenübungsserie u.a. Fuchs- und Krähenscheiben mit dem KK ergänzte das Übungsangebot.
Von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr hatte die Organisationsmannschaft mit der Aufsicht, der Auswertung und der Sicherstellung des reibungslosen Ablaufes gut zu tun.
Die Teilnehmenden konnten ihre Waffen einschießen, und geschossene Büchsennadeln sofort in Empfang nehmen. Wer wollte, nahm an den vorgenannten weiteren Übungen zum Erwerb weiterer Nadeln und zum Erzielen von schönen Schiesspreisen , die im Anschluss im Schießstand Unken übergeben wurden, teil.
Die besten drei Ergebnisse bei der BJV-Gamsnadel erzielten Martin Kroiss, Josef Pfnür jun. und Martina Stawny-Wenta mit jeweils 30 Ringen auf 100m und 250m auf die Gamsscheiben.
Bei der KK-Wildserie lag Philipp Berschl mit 90 Ringen vorne, gefolgt von Tobias Berger und Martin Kroiss und ringgleich Manfred Hau mit jeweils 89 Ringen.
In seinem Dank und Anerkennung an die Teilnehmer lobte der 1. Vorsitzende Hans Berger die ausgezeichnete Organisation und Durchführung die Schießleitungsmannschaft ganz besonders. Jäger, die zu Übungsschießen gehen und auch die Jägerinnen und Jäger, die individuell zum Kontrollschießen und üben vor Aufgang der Jagdsaison die Stände aufsuchen und üben für die Treffsicherheit, sei „freiwillige jagerische Pflicht“. Außerdem bedankte sich Hans Berger beim Schießstandpersonal von Unken, insbesondere beim Oberschützenmeister Hubert Leitinger. Die Preisverteilung fand im Schießstand statt und endete mit einem harmonischen Ausklang.

Fruehjahrsschiessen2019

 Beim Frühjahrsschießen wurde Manfred Hubwieser für 40-jährige Mitgliedschaft im BJV geehrt.

Ehrung

 

Hegeschau 2019 in Teisendorf

Jäger haben Verbiss im Visier

„Wir Jäger im Landkreis bemühen uns, dass ein zukunftsträchtiger, artenreicher und naturnaher Mischwald wachsen kann. Dieser Wald bietet unseren angepassten Wildbeständen besten Lebensraum.“ Diese Aussage von Hans Berger, 1. Vorstand der Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Landesjagdverband Bayern, zog sich wie ein roter Faden durch die Reden bei der diesjährigen Hegeschau, wo zahlreiche Jäger aus der Region traditionell die Trophäen ihres erlegten Wildes präsentieren.
Schon am Vormittag konnte sich die Öffentlichkeit im Teisendorfer Poststall bei einem Frühschoppen einen Überblick über die Jagdtätigkeit im Landkreis verschaffen und die mehr als 2000 ausgestellten Exponate bewundern.
Vorstand Hans Berger konnte im vollbesetzten Poststall viele Ehrengäste begrüßen, darunter Landrat Georg Grabner, Teisendorfs 1. Bürgermeister Thomas Gasser und zahlreiche Vertreter von Forst- und Jagdbehörden.
Landrat Georg Grabner bedankte sich bei den Jägern, dass diese sich wieder mit viel Einsatz um die notwendigen Abschüsse bemüht hätten. Die Pläne seien nicht übererfüllt worden. „Bitte bleibt bei der Bejagung von Rehwild am Ball“, appellierte er. Beruhigen konnte Grabner beim TBC Befall von Rotwild und der Afrikanischen Schweinepest. Beide Krankheiten seien im Landkreis nicht nachgewiesen worden.
Bürgermeister Gasser plädierte für ein gutes Miteinander von Bauern und Jägern. Ein gutes Miteinander sei wichtig, genauso wie „hegen und schießen“, so der Bürgermeister, der den Jägern seine Unterstützung zusicherte.
Daniel Müller sei nicht glücklich, dass der Verbiss leicht zugenommen habe. Das langfristige Ziel bleibe, die Verbisssituation zu verbessern. In der Naturverjüngung habe der Tannenanteil zugenommen.
Dass in der Verjüngung der Tannenanteil steigt, bestätigte auch Alfons Leitenbacher. Bezüglich der Verbisssituation, fügte er aber gleichzeitig hinzu, sei „etwas Handlungsbedarf“. Denn im Berchtesgadener Land zeigen die Ergebnisse des Forstlichen Gutachtens 2018 eine negative Tendenz. In den Revieren mit zu hohem Verbiss müsse sich die Abschussfestsetzung auch an der Verbisssituation orientieren und die Erfüllung des Abschusses konsequent eingefordert werden.
Hochwildberater Andreas Soyter konzentrierte sich in seinem Vortrag auf das Rotwildkonzept im Landkreis. Gerade der letzte Schneereiche Winter habe gezeigt, dass ein Kirr- und Fütterungskonzept aktueller sein denn je, denn die Fütterungen seien „suboptimal“. Auch Hochwildhegeleiter Hans Niederberger befürwortet, dass man es mit dem Rotwildkonzept nochmal probieren sollte. Besorgt zeigte er sich um die Gams. Nur zwei Medaillen sei ein Alarmzeichen für den Bestand. Der schwere Winter habe in den Hochlagen viel Fallwild gefordert. Problem ist nicht der Schnee selbst, sondern in der Beunruhigung durch Touren- und Schneeschuhgeher.
Bei den Rehen lag der Fallwildanteil bei 8,5 Prozentder Gesamtstrecke von 2774 Tieren, wusste Niederwildberater Erich Tropp zu berichten. Die körperliche Verfassung der Rehe bezeichnete er als gut.
Zum ersten Mal hatte der Kreisverband mit Hans Haunerdinger, Jagdvorsteher aus Leobendorf, einen Vertreter der Grundeigentümer eingeladen, um deren Sicht zur Jagd vorzustellen. Seine Grundphilosophie – es gehe nur miteinander und nicht gegeneinander – war genau so klar, wie seine Forderung an die Jägerschaft: Abschuss erhöhen, Reviere sauber halten.
Für Ihre herausragende Arbeit im Kreisverband wurden vier Jagdakteure geehrt. Vorstand Hans Berger überreichte August Schiel und Andreas Wolf das Jäger Ehrenzeichen in Bronze. Andreas Soyter und Mirko Lietz wurden mit dem Hundeführer Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Die Rupertiwinkler Jagdhornbläser sorgten in bewährter Weise für den musikalischen Rahmen.

Bilder zu der Hegeschau finden Sie in unserer Galerie

Bayerische Staatsforsten und Bayerischer Jagdverband helfen gemeinsam dem heimischen Rotwild

(Januar 2019) – Berchtesgadener LandHand in Hand kümmern sich Forstbetriebsleiter, Revierjagdmeister und Förster der Bayerischen Staatsforsten mit Vertretern des Bayerischen Jagdverbands um die sichere Überwinterung des Rotwildes.

Die Lawinengefahr war inzwischen wieder gering, als in Melleck die Heuballen geschultert wurden. Hans Niederberger, Leiter der Hochwild-Hegegemeinschaft Berchtesgaden und Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe Berchtesgadener Land meldete am Vortag seinem Stellvertreter, Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller, dass in einem Bereich, den er selbst mitbejagt, vier Stück Rotwild unterhalb der Sellarnalpe im Schnee feststecken. „Mit einem Hubschrauber müsse Heu auf den Berg geflogen werden“ forderte Niederberger. Da ein Hubschrauber das Wild und die geschützten Raufußhühner in eine kraftzehrende Flucht jagen würde, sollte versucht werden, das Rotwild mit duftendem Heu ins Tal an die Fütterung zu locken. Schon 24 Stunden nach dem Hilferuf brachen Niederberger und Müller gemeinsam mit dem zuständigen BaySF-Förster Peter Pasquay, dem Revierjagdmeister Hubert Reiter und dem ehemaligen Revierjäger Otto Heitzmann auf. Mit Tourenski bzw. mit Schneeschuhen ging es in schwierigstes Gelände, um eine sogenannte „Futterschleppe“ aus hochwertigem Heu zu legen. Über Nassschnee-Lawinen und von Schnee gebrochenen bzw. von Staublawinen geworfenen Bäumen wurde eine Kette von kleinen Heu-Häufchen verteilt. Folgt das Rotwild diesen Leckerbissen, findet es sich am Ende an der Fütterung von Hans Niederberger wieder. Wie an der Fährtenlage erkennbar war, hatten die Hirschen schon nach zwei Tagen den halben Weg ins Tal geschafft. „Ein toller Erfolg für Wild und Wald“ lobte der Hegeringleiter und dankte den Vertretern der Bayerischen Staatsforsten für die vorbildhafte gemeinsame Aktion. Dr. Georg Holzhey, der örtliche Jagderlaubnisnehmer, unterstützte die Hilfsaktion unter anderem mit einer Brotzeit für die fleißigen Jäger. Jetzt bleibt zu hoffen, dass sich das Wild nicht durch Tourengeher verschrecken lässt und auf den durch Lawinenabgänge freigelegten Grasflächen verbleibt und dort junge Bäumchen verbeißt.

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v. l. Revierjagdmeister Hubert Reiter, Hochwild-Hegegemeinschaftsleiter Hans Niederberger, ehemaliger Revierjäger Otto Heitzmann, BaySF-Förster Peter Pasquay und Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller

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Revierjagdmeister Hubert Reiter wirft Heu aus

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