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„Wild wird zu Ratten degradiert“ Reaktion Fürst aus Wallerstein und Ehrenvorsitzender der Jagdverband-Kreisgruppe Donauwörth kritisieren Aussagen eines Berufsjägers bei WBV-Veranstaltung
Donauwörth/Wallerstein Entschieden widersprochen hat der Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein,den Ausführungen des Berufsjägers Nikolaus Urban vor der Waldbesitzervereinigung (WBV) in Wemding. Gegenüber unserer Zeitung sagte der Fürst, der selbst dieser Vereinigung angehört, die Aussagen Urbans seien „völlig polemisch, in weiten Teilen auch falsch und nicht auf der Linie des Verbandes bayerischer Berufsjäger. Herr Urban ist nicht mehr angestellt und verdingt seinen Lebensunterhalt durch plakatives Auftreten vor Verbänden.“ Selbstverständlich sei es Pflicht, in Notzeiten das Wild zu füttern. Die Meinung, es gäbe zu viel Rehwild, sei ebenfalls völlig falsch: „Im Gegenteil, das Rehwild wird weniger.“ Als ein Beispiel von vielen führte er eine kürzlich erfolgte Jagd in den Staatsforsten an, wo mit 60 Jägern gejagt worden sei, und am Ende doch nur drei Sauen und ein Rehkitz auf der Strecke lagen.
In den Wald zurückgedrängt
Dennoch werde das Wild „zu Ratten degradiert“. Der Fürst sagte weiter, erst durch den ständigen Jagddruck entstehe Verbissschaden. Die Rehe gingen im Frühjahr hungrig nach Grünfutter aus dem Wald hinaus. Weil dort ständig geschossen werde, kehrten sie in den Wald zurück und würden dort junge Triebe verbeißen. Im Übrigen müsse man auch kritisch hinterfragen, ob jeder Verbiss tatsächlich einen Schaden darstelle. Moritz Fürst zu Oettingen-Wallerstein: “Entscheidend ist doch, was an Pflanzen durchkommt.“ Ständig gehe man auf das Rehwild los, während dem Biber, der hohe Schäden an Baumbeständen verübe, „alles erlaubt“ sei: „Der säbelt die vordere Baumreihe ab, und die Baumbestände dahinter sind dem Sturm schutzlos ausgesetzt.“
Der Vizepräsident forderte, man müsse sich „in der Gesamtheit“ um den Wald kümmern und nicht Einzelaspekte herausgreifen, „noch dazu in dieser Art und Weise, wie das Herr Urban tut.“ Die Aussagen des Berufsjägers aus Niederbayern kann auch Waldemar Kalchgruber, Ehrenvorsitzender der Jagdverband -Kreisgruppe Donauwörth nicht nachvollziehen :”Veranstaltungen dieser Art mit solch polemischen Äußerungen erschweren ein konstruktives Miteinander von Jagdgenossen und Jägern.“ Kalchgruber befürchtet, dass manches Revier in Zukunft nicht mehr zu verpachten sein werde. Kalchgruber stört auch, dass Urban bei seinem Besuch im Donau - Ries - Kreis von einer steigenden Zahl von Wildunfällen auf den Straßen gesprochen habe. Tatsache sei, dass im Landkreis mittlerweile weniger solche Unglücke passierten. Die Empfehlung des Berufsjägers, doch Intervalljagden durchzuführen, bezeichnet Waldemar Kalchgruber – der ist auch Leiter des Hegerings Mertingen – als „weltfremd“. Die hiesigen Reviere hätten oft nur einen kleinen Waldanteil.
Hoher Verbiss an Edellaubholz
Zudem verweist Kalchgruber darauf, dass selbst die Bayerische Staatsforsten, die in ihren Wäldern intensiv jage, den Verbiss durch Rehwild an Edellaubhölzern (zum Beispiel Eichen und Buchen) nicht senken habe können. (vc/wwi)
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