Jagdmunition in Bayern – BJV Präsidium fordert technische Weiterentwicklung

Feldkirchen/München – Bleihaltige oder bleifreie Jagdmunition, die Diskussion über diesen rein technischen Teil der Jagd wird wieder neu entfacht. Aktuell wurden bei importiertem Hasenfleisch erhöhte Bleiwerte nachgewiesen und das Fleisch vom Markt genommen. Die Proben stammen vom März 2010. Die Herkunft des Fleisches ist unklar, auch ob es aus der Jagd kommt ist nicht nachgewiesen. Eine Nachfrage des BJV bei der EU Kommission ist bisher noch nicht beantwortet. Der Bayerische Jagdverband nimmt diesen Vorfall aber zum Anlass, um sich erneut in dieser Diskussion zu positionieren.

BJV Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke stellte einvernehmlich mit dem BJV Präsidium klar, dass über die Verwendung bleihaltiger Munition  kein ideologischer Streit im BJV entfacht  werden wird. „Für uns ist vor allem die Wirkung der Munition von größter Bedeutung. Die Industrie ist gefordert, uns funktionsfähige Alternativen zum Blei anzubieten, dann werden wir diese auch einsetzten.“

Neben der hohen Wirksamkeit der Munition ist natürlich auch die Unschädlichkeit im Wildbret für den BJV wichtig. BJV Präsident Vocke dazu: „ Unser bayerisches Wildbret ist ein hochwertiges Naturprodukt. Wenn wir mit der Verwendung von Alternativen zum Blei ebenso tierschutzgerecht jagen können, ist uns das ein großes Anliegen.“ In einer Studie aus dem Jahr 2010 (Quelle: Stellungnahme Nr. 040/2011 des BFR vom 3. Dezember 2010) hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) festgestellt, dass Fleisch vom Wild oder Wildgeflügel zu den Lebensmitteln mit hohen Bleigehalten gehört. Allerdings liefern Lebensmittel wie Getränke, Gemüse den größten Beitrag zur Bleiexposition gefolgt von Obst, Nüssen, Kakao und Getreide. Da Wild zu den selten verzehrten Lebensmitteln gehört, ist der Beitrag zur Bleiexposition bezogen auf die Allgemeinbevölkerung als gering zu betrachten. Insbesondere bei der Jagd auf Federwild und Niederwild kommt den in das Wildbret eindringenden Schroten nur wenig Bedeutung zu.  Die meisten Schrote bleiben im Balg hängen, das Auftreffen vieler Schrote führt zu einem sogenannten Primärschock, der zum Tode des Hasen führt.

Das BfR kommt in seiner Arbeit unter anderem zu dem Schluss, dass „ein gesundheitliches Risiko auf Basis der Medianwerte für Bleigehalte in Wildfleisch für Normal- und Vielverzehrer über den Verzehr von Wildfleisch unwahrscheinlich ist.“ Das BfR empfiehlt trotzdem generell alle Maßnahmen zu unterstützen, die zu einer Verringerung des Eintrags an Blei in die Nahrungskette führen, dazu gehört neben der Aufklärung des Verbrauchers auch die Weiterentwicklung alternativer Jagdmunition. Dieser Empfehlung schließt sich der BJV natürlich an, warnt aber von unnötiger Panikmache rund um das Thema.