Anschußseminar am 12. Mai

Am letzten Samstag, 12. Mai, fand zum ersten Mal ein Anschussseminar unter der Leitung eines der Nachsuchenführer der Kreisgruppe Berchtesgadener Land,  Mirko Lietz, und eines weiteren anerkannten Nachsuchenführers, Manfred Lindsey, am Surspeicher statt. Fünf Teilnehmer fanden sich zu diesem Seminar ein, eine Teilnehmerin war sogar von München angereist.
Es stellte sich heraus, dass die geringe Teilnehmerzahl ein großer Vorteil war, denn somit erhielten die Veranstalter die volle Aufmerksamkeit, die sie verdienten.
Gezeigt wurde an 16 Stationen, was man aus einem Anschuss alles herauslesen kann. Allen Teilnehmern wurde sehr schnell bewusst, wie unachtsam man oft an den Anschuss herangeht. Gezeigt wurde, dass man viele Dinge beachten muss um zu erkennen, ob und wie die Nachsuche auf ein krankes Stück sich gestalten wird. Und ob man nicht doch besser auf einen Spezialisten in Form eines Nachsuchenführers zurückgreifen sollte. Manfred Lindsey zeigte explizit, auf was man alles achten muss: Schnitthaare und deren Länge, Farbe des Schweisses, ob Gewebestücke verteilt sind, sogar die Konsistenz der Knochensplitter wurden unter die Lupe genommen. Glatte Röhrenknochensplitter deuten z.B. auf einen Laufschuss im unteren Bereich hin, mit Gewebe dran, aus dem oberen Bereich. Knochenfragmente, die biegsam sind, lassen auf eine Verletzung im Rippenbereich schliessen etc. Eine Station wurde intensivst von den Teilnehmern untersucht, bis einer auf einen Baum deutete. Dies war eine Anschussstation die darauf abzielte zu merken, dass hier ein Fehlschuss vorlag, denn der Baum war von einer Kugel durchschlagen worden!
Auch wurde ein Reh an einer Aufhängung befestigt und eine weisse Plane dahinter ausgebreitet. Am Morgen hatte einer der Seminarleiter dem bereits zuvor erlegten Tier zu Demonstationszwecken einen Kammerschuss angetragen und anhand der Plane konnte man sehen, wie weit die Pirschzeichen verteilt waren, sogar den Kugelriss sah man eindeutig. Dies ist für jeden Hundeführer wichtig, denn durch diese Erkenntnis führt man den Hund nicht stur zum Anschuss, der für den Menschen eindeutig erkennbar ist, sondern verlässt sich auf seinen Hund, der vielleicht schon im Umkreis des sichtigen Anschusses die Witterung aufnimmt. Abschliessend demonstrierte noch Mirko Lietz, wie er seinen Hannoverschen Schweisshund Aron eingearbeitet hat bzw. wie dieser ihm verweist und gab praktische Tipps zur Einarbeitung jedes Hundes auf Schweiss. Zwischendurch schon hervorragend verköstigt durch Frau Lietz, hatten alle Seminarteilnehmer abschliessend in gemütlicher Runde die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen und die eine oder andere spannende, persönliche Nachsuchengeschichte zu erzählen.
Abschliessend galt der Dank an beide Referenten und jeder Seminarbesucher bestätigte, dass dies eine ausserordentlich lohnenswerte Veranstaltung gewesen sei. Und auch hoffentlich nicht die letzte dieser Art.

 anschuss1 anschuss2

anschuss3