Erfolgreiche Fuchswochen der Kreisjägerschaft

Jungjäger leisten Beitrag zur Kontrolle des Raubwildes

Der Hochwinter ist die Hauptsaison der Fuchsjagd. Auf den ersten Blick mag man sich fragen, wofür sich Jäger in der Kälte die Nacht um die Ohren schlagen. An den eher geringen staatlichen Abschussprämien liegt es nicht.
Vielmehr sind es Seuchenkontrolle und das Erlösen schwer erkrankter Tiere, die den Jäger in die Winternacht treiben. Da der Fuchs keine natürlichen Feinde im Tierreich hat, hat die Population solche Größen erreicht, dass sich gefährliche Tierseuchen mehr und mehr ausbreiten.
Der Fuchsbandwurm ist schon lange endemisch und bis zu 30% der Füchse sind infiziert. Der Parasit wird weniger Fuchs und Hund als vielmehr dem Menschen lebensbedrohlich.
Im vergangenen Jagdjahr fiel den Jägern auch einer hoher Anteil an Fuchsräude auf. Viele der Tiere litten unter massiven Juckreiz und hochgradigem Haarausfall. Für die befallenen Füchse bedeutet eine Infektion oft einen qualvollen Tod. Freilaufende Hunde infizieren sich vor allem an Fuchsbauen.
Zu guter Letzt wurde im letzten Jahr nun auch noch bei drei Füchsen der Verdacht auf die Staupe im Labor bestätigt. Die Staupe ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die Füchse und Hunde befällt. Sie führt über Magen-Darm-Symptome oder eine Infektion des Atmungstraktes hin zu Erkrankungen des Rückenmarks und Gehirns. In den meisten Fällen verläuft sie unter Qualen tödlich.
Die Jägerschaft ist aufgerufen, erkrankte Tiere zu erlösen und durch gezielte Bejagung die Fuchspopulation einzudämmen. Denn je dichter der Besatz umso besser können sich die Krankheiten Fuchsbandwurm, Räude und Staupe ausbreiten.
In diesem Jahr rief die Kreisjägerschaft des Bayerischen Jagdverbandes aus diesen Gründen erstmals die Fuchswochen für Jungjäger aus. Jagdliches Ziel war die Dezimierung der immer weiter wachsenden Raubwildpopulation. Ein weiteres Ziel war aber auch die Förderung des Zusammenhalts und der Freundschaft der jungen Jäger.
„Es gibt sicher angenehmeres, als sich bei Minustemperaturen die Nacht auf dem Hochsitz um die Ohren zu schlagen. Aber es ist ein Dienst am Wildtier und an der Gemeinschaft.“, so der Kreisvorsitzende des Bayerischen Jagdverbandes Hans Berger. Er lud die Jungjäger zur gemeinsamen Streckenlegung und bedankte sich mit einem Weißwurstfrühstück bei den 20 teilnehmenden Jungjägern. Die Streckenlegung mit den Jagdhornbläsern drückt den Respekt und die Achtung vor dem erlegten Tier aus und ist wichtiger Bestandteil des jagdlichen Brauchtums.

Insgesamt konnten in den Fuchswochen 26 Füchse, 10 Marder und 2 Iltisse erlegt werden -ein wichtiger Beitrag der Jägerschaft zur Kontrolle des Raubwildes und der seuchenhaften Verbreitung von Krankheiten.

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Foto Christoph Werner