Ein langer Abendansitz mit erfolgreichem Ende

Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbands hält Neuwahlen zur Jahreshauptversammlung ab

Die Kreisgruppe Berchtesgadener Land des BJV hatte geladen und über 150 Mitglieder fanden sich beim Altwirt in Piding ein.

Zunächst hieß der Vorsitzende Hans Berger nach der musikalischen Begrüßung durch die Reichenhaller Jagdhornbläser die Anwesenden willkommen und gab im Anschluss einen Überblick auf den vollen Terminkalender des vergangenen Geschäftsjahres. Über 50 Termine hatten der Vorsitzende und seine Stellvertreter zu bewältigen gehabt – von Sitzungen in der Zentrale des BJV in Feldkirchen über Treffen mit der Staatsministerin bis hin zu Besprechungen im Landratsamt, Treffen mit den Staatsforsten und dem Nationalpark. Darüber hinaus gab es viele, viele Gespräche mit Jägern am Telefon und bei Revierbegängen.

Hans Berger nutzte die Rede, um auf die Probleme im Verband einzugehen. Ein vieldiskutierter Vorfall war der Fund der toten Hirschkälber im Nationalpark. Er wisse wohl, dass mehr Reaktion vom Vorstand erwartet wurde, „aber wir haben nicht die Aufgabe zu ermitteln oder anzuschuldigen! Das gibt unsere Satzung nicht her!“, führte Berger aus. Auch sei ihm bekannt, dass die Vegetationsgutachten von einigen Jägern kritisch betrachtet würden. Einige haben den Eindruck, der Verbiss werde seitens der Förster zu oft als zu hoch eingestuft, was manchmal nicht der Einschätzung der Jäger entspräche. „Aber hier ist nicht der BJV sondern die Behörde der Ansprechpartner!“, so Berger. Er wisse um all diese Unstimmigkeiten, doch habe er stets das Gespräch gesucht.

Er wünsche sich mehr Miteinander und weniger Gegeneinander in der Kreisgruppe und dankte der gesamten Vorstandschaft, die immer an einem Strang ziehe.

Werner Schmölzl führte als zweiter Vorsitzender aus, dass es ein großes Ziel der vielen Gespräche mit dem Ministerium sei, dass der Waldumbau neu organisiert werden muss. Dieser könne nicht nur mit der Waffe erreicht werden. „Die neuen Klimaverhältnisse stellen den Waldbau vor neue Herausforderungen. Es muss deutlich werden, dass ein nachhaltiger Umbau nicht nur allein mit der Büchse, sondern nur unter Zuhilfenahme aller Möglichkeiten erreicht werden kann!“, forderte Schmölzl.

Andreas Wolf betonte als Verantwortlicher für das Jagdhundewesen die Notwendigkeit brauchbarer Jagdhunde. „Jagdhunde sollen nicht nur einfach schön aussehen – sie müssen auch brauchbar arbeiten können!“ Den Nachsuchengespannen von Andreas Soyter und Mirko Lietz sprach er unter Beifall der Versammlung seinen besonderen Dank aus. „Im letzten Jahr wurden sie 68 mal angefordert - und das zu jeder Tages- und Nachtzeit!“, so Andreas Wolf.

Nach den Ehrungen für langjährige Mitglieder (s. Bild), dem Kassenbericht durch Schatzmeisterin Claudia Pfnür sowie dem Bericht der Kassenprüfer folgte die Entlastung des Vorstandes.

In der folgenden Wahl gab zwei Bewerber für das Amt des Vorsitzenden.

Zunächst betonte Hans Berger die Notwendigkeit einer angepassten Jagd, eines Aufräumens mit den feudalen Strukturen des Landesverbandes in München und eines geschlossenen Auftretens der Jäger. Weiters präsentierte er sein Team für die Wahl, wobei als neues Mitglied Polizeidirektor Edgar Dommermuth vorgestellt wurde. „Wald mit Wild ist das Ziel. Und hierzu sind Geschlossenheit und Gespräche mit AELF, Ministerium und den Staatsforsten wichtiger denn je!“

Als weiterer Bewerber stellte sich Dieter Danzberger aus Berchtesgaden vor. Er dankte der bestehenden Vorstandschaft, übte aber auch Kritik. Er habe festgestellt, dass viele Mitglieder frustriert seien. Einen Hauptkritikpunkt sah er im Vegetationsgutachten, dessen Entstehung manchmal nicht nachvollziehbar sei. Nicht zuletzt im Berchtesgadener Gebiet, wo in der Vergangenheit die Gutachten zur Hälfte „rot“ gewesen seien, seien jetzt 100% rot, d.h. der Verbiss ist dort als „nicht tragbar“ eingestuft. Es sei auffällig, „dass gerade in dieser Zeit ein Wechsel der zuständigen Förster stattgefunden hat und die letzten Aufnahmen ein neuer Förster gemacht hat!“, so Danzberger. Er monierte weiter die teilweise nicht aktualisierte Homepage.

In der anschliessenden geheimen Wahl wurde Hans Berger mit rund 70% der Stimmen (102:42 bei 6 ungültigen Stimmen) im Amt bestätigt. Der Rest der Vorstandschaft wurde per Handzeichen wiedergewählt: 2. Vorsitzender Werner Schmölzl, 3. Vorsitzender Max Neudecker, Schatzmeisterin Claudia Pfnür, stv. Schatzmeister Georg Rausch, Schriftführerin Eva Stowasser und für die Öffentlichkeitsarbeit Dr. Christoph Werner. Edgar Dommermuth folgt dem ausscheidenden Markus Leppertinger als stellvertretender Schriftführer in den Vorstand.

Die Schlussansprache des alten und neuen Kreisvorsitzenden Hans Berger war geprägt vom Wunsch, die Kreisgruppe zu einen. „Lasst uns miteinander reden! Ich strecke die Hand aus!“ sagte er in Richtung der Berchtesgadener Jägerschaft.

Nach vier Stunden Abendansitz schlossen die Bad Reichenhaller Jagdhornbläser musikalisch die Versammlung.

2020Ehrungen

Der BJV ehrte seine treuesten Mitglieder (v.l.n.r) 1. Vorsitzender Hans Berger, August Schiel (50 Jahre), Hubert Meier (50 Jahre), Heinz Weichselmann (40 Jahre), Wilhelm Krammer (40 Jahre), Helga Datz (25 Jahre) und Franz Schmid (25 Jahre), 2. Vorsitzender Werner Schmölzl, 3. Vorsitzender Max Neudecker

2020Vorstand1

Der neue Vorstand der Kreisgruppe (v.l.n.r.) Max Neudecker, Georg Rausch, Dr. Christoph Werner, Eva Stowasser, Hans Berger, Claudia Pfnür, Edgar Dommermuth und Werner Schmölzl