Forschung und Monitoring als großes Anliegen des Bayerischen Jagdverbandes auf regionaler und überregionaler Ebene

Vertreter der Kreisgruppe Berchtesgadener Land und des BJV setzen sich für unsere heimischen Schalenwildarten im Rahmen der Gesprächsrunden im Nationalpark Berchtesgaden ein – nicht allein forstliche Interessen und Ergebnisse aus Inventuren und Gutachten dürfen die Abschusshöhe bestimmen.

Zusammen mit dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Berchtesgaden, Hans Berger, vertritt Thomas Schreder, Mitglied im Beirat des Nationalparks, Biologe und Vizepräsident des Bayerischen Jagdverbandes, in der „Arbeitsgruppe Forschung und Monitoring“ die Interessen unserer heimischen Schalenwildarten, insbesondere von Gams und Rotwild. „Gerade für die Gams haben wir in unserem Nationalpark eine ganz besondere Verantwortung und die Verpflichtung durch ein geeignetes Monitoring, mehr über diese Wildart und den Zustand ihrer Population herauszufinden. Dafür muss es im Nationalpark ein geeignetes Monitoring geben, denn für die Bewirtschaftung dieser Wildart dürfen im NP nicht allein die Ergebnisse eines Forstlichen Gutachtens als Grundlage zur Findung der Abschusshöhe herangezogen werden.“  Mit dieser Forderung stehen die Vertreter des BJV nicht alleine da. Führende Wissenschaftler und Praktiker aus verschiedenen Ländern sehen ein fundiertes Monitoring für die Gams, die im Anhang FFH-Richtlinie gelistet ist, als notwendig an und die Europäische Union verpflichtet Deutschland dies auch umzusetzen. Gerade in einem Nationalpark dürfen neben dem Nationalparkplan, nicht ausschließlich forstwirtschaftliche Interessen zur Abschussplanung herangezogen werden, wie das von Vertretern manch anderer Verbände immer wieder gefordert wird. „Ich freue mich sehr, dass jetzt mit einem neu eingerichteten Lehrstuhl an der TU München mit drei Projekten diesem Gedanken Rechnung getragen wird“, so Schreder nach dem ersten Fachtreffen zu diesem Thema. Eine besondere Verantwortung bei der Umsetzung dieses Ziels hat die örtliche Jägerschaft, die rund um den Nationalpark die Bejagung vornimmt. Hans Berger, Vorsitzender der Kreisgruppe Berchtesgadener Land, freut sich, in diesem Kreis die Interessen des Wildes aus der Sicht der örtlichen Jägerschaft vertreten zu können. „Für uns ist ein verträgliches Miteinander von Wild und Wald oberstes Ziel. Außerhalb des NP müssen wir dazu die verständlichen Ziele der Grundeigentümer einbeziehen, aber niemals ohne dabei die Interessen des Wildes zu vergessen. Als gewählter „Anwalt des Wildes“ ist es unsere Aufgabe uns für die Belange des Wildes einzusetzen. Für mich ist es besonders wichtig bei der Umsetzung dieser Ziele als Bindeglied zwischen der örtlichen Jägerschaft, den anliegenden Grundeigentümern und der Nationalparkverwaltung wirken zu können. Nicht immer einfach, aber sehr wichtig und vor allem wert sich einzusetzen. Unser Wild hat es verdient!“ Für BJV Vizepräsident Schreder endet das Monitoring für die Gams nicht an den Grenzen des Nationalparks oder im Landkreis Berchtesgadener Land. „Unser Gamswild braucht für den gesamten Alpenbereich ein fundiertes Monitoring. Dafür müssen wir uns in allen Bereichen einsetzen. Im Nationalpark kann dafür eine gute Blaupause entstehen, die dann vielleicht Anwendung in ganz Bayern finden kann. Auch das ist in meinen Augen der Auftrag an einen Nationalpark, sich als Vorreiter für mehr Wissen über unsere Wildtiere zu positionieren. Eine große Chance – wir werden dafür kämpfen, abgestimmt zwischen der örtlichen Jägerschaft und dem Bayerischen Jagdverband!“

PMWild

BJV Vizepräsident Thomas Schreder und Hans Berger, Vors. Kreisgruppe Berchtesgadener Land