Hegeschau 2019 in Teisendorf

Jäger haben Verbiss im Visier

„Wir Jäger im Landkreis bemühen uns, dass ein zukunftsträchtiger, artenreicher und naturnaher Mischwald wachsen kann. Dieser Wald bietet unseren angepassten Wildbeständen besten Lebensraum.“ Diese Aussage von Hans Berger, 1. Vorstand der Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Landesjagdverband Bayern, zog sich wie ein roter Faden durch die Reden bei der diesjährigen Hegeschau, wo zahlreiche Jäger aus der Region traditionell die Trophäen ihres erlegten Wildes präsentieren.
Schon am Vormittag konnte sich die Öffentlichkeit im Teisendorfer Poststall bei einem Frühschoppen einen Überblick über die Jagdtätigkeit im Landkreis verschaffen und die mehr als 2000 ausgestellten Exponate bewundern.
Vorstand Hans Berger konnte im vollbesetzten Poststall viele Ehrengäste begrüßen, darunter Landrat Georg Grabner, Teisendorfs 1. Bürgermeister Thomas Gasser und zahlreiche Vertreter von Forst- und Jagdbehörden.
Landrat Georg Grabner bedankte sich bei den Jägern, dass diese sich wieder mit viel Einsatz um die notwendigen Abschüsse bemüht hätten. Die Pläne seien nicht übererfüllt worden. „Bitte bleibt bei der Bejagung von Rehwild am Ball“, appellierte er. Beruhigen konnte Grabner beim TBC Befall von Rotwild und der Afrikanischen Schweinepest. Beide Krankheiten seien im Landkreis nicht nachgewiesen worden.
Bürgermeister Gasser plädierte für ein gutes Miteinander von Bauern und Jägern. Ein gutes Miteinander sei wichtig, genauso wie „hegen und schießen“, so der Bürgermeister, der den Jägern seine Unterstützung zusicherte.
Daniel Müller sei nicht glücklich, dass der Verbiss leicht zugenommen habe. Das langfristige Ziel bleibe, die Verbisssituation zu verbessern. In der Naturverjüngung habe der Tannenanteil zugenommen.
Dass in der Verjüngung der Tannenanteil steigt, bestätigte auch Alfons Leitenbacher. Bezüglich der Verbisssituation, fügte er aber gleichzeitig hinzu, sei „etwas Handlungsbedarf“. Denn im Berchtesgadener Land zeigen die Ergebnisse des Forstlichen Gutachtens 2018 eine negative Tendenz. In den Revieren mit zu hohem Verbiss müsse sich die Abschussfestsetzung auch an der Verbisssituation orientieren und die Erfüllung des Abschusses konsequent eingefordert werden.
Hochwildberater Andreas Soyter konzentrierte sich in seinem Vortrag auf das Rotwildkonzept im Landkreis. Gerade der letzte Schneereiche Winter habe gezeigt, dass ein Kirr- und Fütterungskonzept aktueller sein denn je, denn die Fütterungen seien „suboptimal“. Auch Hochwildhegeleiter Hans Niederberger befürwortet, dass man es mit dem Rotwildkonzept nochmal probieren sollte. Besorgt zeigte er sich um die Gams. Nur zwei Medaillen sei ein Alarmzeichen für den Bestand. Der schwere Winter habe in den Hochlagen viel Fallwild gefordert. Problem ist nicht der Schnee selbst, sondern in der Beunruhigung durch Touren- und Schneeschuhgeher.
Bei den Rehen lag der Fallwildanteil bei 8,5 Prozentder Gesamtstrecke von 2774 Tieren, wusste Niederwildberater Erich Tropp zu berichten. Die körperliche Verfassung der Rehe bezeichnete er als gut.
Zum ersten Mal hatte der Kreisverband mit Hans Haunerdinger, Jagdvorsteher aus Leobendorf, einen Vertreter der Grundeigentümer eingeladen, um deren Sicht zur Jagd vorzustellen. Seine Grundphilosophie – es gehe nur miteinander und nicht gegeneinander – war genau so klar, wie seine Forderung an die Jägerschaft: Abschuss erhöhen, Reviere sauber halten.
Für Ihre herausragende Arbeit im Kreisverband wurden vier Jagdakteure geehrt. Vorstand Hans Berger überreichte August Schiel und Andreas Wolf das Jäger Ehrenzeichen in Bronze. Andreas Soyter und Mirko Lietz wurden mit dem Hundeführer Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Die Rupertiwinkler Jagdhornbläser sorgten in bewährter Weise für den musikalischen Rahmen.

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