Aktuelles von der Kreisgruppe Berchtesgadener Land

Hubertusfeier der Kreisgruppe BGL mit besinnlichem Gottesdienst

Einsatz für Waidgerechtigkeit und Dialog waren Inhalt der Hubertusansprache

Dieses Jahr wurde der Hubertustag, der immer ein besonderer Festtag für die Jäger ist, in Piding begangen.
Feierlich und ehrenvoll mutete der Platz vor dem Pidinger Altwirt an, als bei einbrechender Dunkelheit die Jäger zum Verblasen der Strecke eintrafen. Auf Tannenzweigen waren die heimischen, erlegten Wildarten ausgelegt, umrahmt von brennenden Fackeln.
Der erste Vorsitzende Hans Berger wandte sich zunächst mit nachdenklichen Worten an die Zuhörer. Ist es denn noch zeitgemäß in Zeiten von Internet und fortschreitender Technisierung, sich zu Ehren eines Schutzpatrons zu treffen und eine entsprechende Feier abzuhalten. „Der Heilige Hubertus hat uns das ganze Jahr begleitet und Unheil abgewandt.“ Vielen Menschen sei die Bedeutung von heutigen Schlagworten wie „Fridays for Future“ oder Klimawandel“ nicht bewusst. Das beste Beispiel war die Aktion „Rettet die Bienen“, sagte Hans Berger und ergänzte: „Von selbst ernannten Naturschützern und Gegnern, von Forderungen, die Jagd ganz einzustellen oder ganzjährig sogar mit Nachtsichtgeräten auszuüben, distanzieren wir uns im Berchtesgadener Land.“ „Wir schöpfen von der Natur, vom Zuwachs des jagdbaren Wildes ab und verwerten es regional.“
Hans Berger appellierte an alle, für einen guten Umgang miteinander, für Offenheit und Toleranz. So schloss der Vorsitzende sein Grußwort.
Eine alte Tradition ist, dass bei der Hubertusfeier die Strecke „verblasen“ wird. Dazu gab es von den Rupertiwinkler Jagdhornbläsern für jede erlegte Wildart ein entsprechendes Jagdsignal. Hans Berger informierte hier zu den einzelnen Abschusszahlen. Im Anschluss dankte er Christiane Fagerer und der Familie Jegan für die perfekte Vorbereitung.
Danach wanderte die Jagdgesellschaft in die nahe Pfarrkirche, um den gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Pfarrer Ionel Anghel feierte die Messe und Diakon Peter Walter hielt die Predigt, so wie man es von ihm gewohnt ist in bayerischer Mundart.
Nach der eindrucksvollen Messe trafen sich die Teilnehmer im herbstlich dekorierten Altwirtssaal. Hans Berger konnte viele Ehrengäste begrüßen, unter ihnen Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt, der Leiter des Forstbetriebst Berchtesgaden, Dr. Daniel Müller, der 2. Bürgermeister der Gemeinde Piding Andreas Argstatter, der auch ein Grußwort an die Festgäste richtete.
Helmut Fürle, als Landratstellvertreter unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Waldes als natürlicher Lebensraum des Wildes.
Ein besonderer Moment der Hubertusfeier war die Vergabe der Jägerbriefe. Acht neue Jungjäger, davon 5 Frauen, erhielten eine kunstvoll gestaltete Urkunde von der Vorstandschaft überreicht.
Bei zünftiger musikalischer Unterhaltung mit der „Leitenbach Musi“ wurde anschließend fröhlich weitergefeiert.

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Zukunftswald geht nur miteinander

Waldbegang mit Staatsministerin Michaela Kaniber – Waldbesitzer, Förster und Jäger müssen an einem Strang ziehen

von Monika Konnert

Weildorf/Teisendorf: Zu einem gemeinsamen Waldbegang mit Staatsministerin  Michaela Kaniber hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein und die  Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Bayerischen Jagdverband Grundeigentümer,  Waldbauern, Jäger  und  Vertreter zuständiger Behörden nach Patting bei Weildorf, Gemeinde Teisendorf, eingeladen. Anhand  konkreter Waldbilder sollten gemeinsam zukunftsfähige Strategien „Wald-Wild-Jagd“ diskutiert werden, so dass eine neue Generation klimatoleranter Mischwälder aufwachsen kann. 

Das Thema sei von höchstem Interesse, so die Forstministerin, deshalb sei es ihr wichtig, sich vor Ort ein Bild von Wald und Jagd zu verschaffen. Denn der Klimawandel schreite deutlich schneller voran als angenommen und bringe auch die Wälder in Bayern in Stressituationen. Der Umbau in Mischwälder müsse daher offensiv vorangetrieben werden. Dabei spiele die Jagd eine Schlüsselrolle, damit sich die Wälder der Zukunft frühzeitig im Schutz der Altbestände etablieren und  die Naturverjüngung oder die durch Pflanzung eingebrachten Bäumchen nicht gleich verbissen werden.  Deshalb seien flächig waldverträgliche Wildbestände unbedingt notwendig.

Bei einem Rundgang durch das Gemeinschaftsjagdrevier Weildorf II wurden an einem sogenannten “Käferloch“, wo die Fichte durch Borkenkäferbefall ausgefallen ist, die  Probleme der Fichte im Klimawandel diskutiert.  Alfons Leitenbacher, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwritschaft und Forsten (AELF), zeigte  anhand der Standort- und Risikokarte für den Wald bei Patting, dass in  naher Zukunft aufgrund des Klimawandels das Risiko der Fichte deutlich zunehmen wird. Andere Baumarten wie Tanne und Buche werden mit dem Klima der Zukunft besser zurechtkommen. Daher sei der Waldumbau hin zu klimatoleranten Mischwäldern mit vielen Baumarten ein Gebot der Stunde. An vielen Stellen sei in den Wäldern Naturverjüngung unterschiedlichster Baumarten vorhanden, so Leitenbacher, und zeigte am Beispiel einer ein Quadratmeter großen, markierten Fläche, dass darunter neben kleinen Fichten auch Tannen- und Buchensämlinge sind.  Damit sie hochkommen können, müsse das Pflegekonzept und der Wildbestand passen. Leider sei im Landkreis der Anteil „günstiger“ und „tragbarer“ Reviere  zurückgegangen. Dies müsse man ändern, so die Forstministerin. Vor allem die „dauerhaft roten“ Reviere habe man nicht nur in unserer Region sondern bayernweit im Blick. „Für sie sollen neben der behördlichen Abschußplanung  auf die Beteiligten und die Region maßgeschneiderte Leitlinien erarbeitet werden, die eine eigenverantwortliche Umsetzung vor Ort ermöglichen“, so Kaniber. Dies habe das Ministerium im Januar beschlossen und an die Landratsämter als Weisung hinausgegeben. Generell wurde insbesondere von den Waldbesitzervertretern gefordert, dass die Untere Jagdbehörde die gesetzlichen Vorgaben noch konsequenter umsetzen und die Grundeigentümer besser schützen müsste.   

Die Jäger im Landkreis würden sich bemühen, dass  artenreiche und naturnahe Mischwälder  wachsen können, so der Vorstand der Jäger im Landkreis, Hans Berger. Solche Wälder bieten auch den besten Lebensraum für das Wild.  Im Gemeinschaftsjagdrevier Weildorf II, so Tobias Berger, sei man mit dem neuen Rehwildjagdkonzept, dass er vorstellte, auf einem sehr guten Weg.  Hans Berger berichtete über  die bisherigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Bewirtschaftung von r Rehwildrevieren“. In der Gruppe arbeiten  Vertreter der  Grundeigentümer, der Jägerschaft, des AELF  und der  Jagdberater für Niederwild der Unteren Jagdbehörde am Landratsamt zusammen.   Im Zentrum steht dabei das klare Bekenntnis,  dass ein waldverträglicher Wildbestand auf möglichst ganzer Fläche das gemeinsame Ziel ist und jagdliche Probleme vor Ort mit den Beteiligten geregelt werden müssen.   Waldbewirtschaftung und Waldaufbau sollten besser aufeinander abgestimmt werden. Außerdem sollen vielfältige tierschutzgerechte Jagdmethoden einschließlich revierübergreifender Jagden zur Anwendung kommen und die Lebensräume des Wildes außerhalb des Waldes aktiv verbessert werden. Einig sei man sich auch, dass angepasste Rehwildbestände bei uns im Normalfall keine Fütterung brauchen, außer in „echten“ Notzeiten, wo aber keinesfalls Kraftfutter ausgebracht werden dürfe.  

In der anschließenden angeregten Diskussion zeigte sich, dass die einzelnen Interessensgruppen  durchaus auch unterschiedliche Meinungen vertreten, dass man aber offen und konstruktiv miteinander redet und im Grundsatz dasselbe Ziel verfolgt: den Wald zukunftstauglich zu machen. Staatsministerin Michaela Kaniber lobte denn auch die „Kultur des Miteinanders“, die  hier in der Region gelebt werde. Es sei richtig, dass man sich angesichts der dramatischen  Situation für den Wald im Landkreis entschlossen habe, sich auf Augenhöhe zu begegnen und miteinander zu reden“. Dies sei der richtige Weg und zeige das sich jeder, Grundeigentümer, Waldbesitzer, Förster, Jäger,  seiner Verantwortung bewußt sei und sich den Herausforderungen stelle. Dies könne ein Modell für ganz Bayern sein.

Foto:  M. Konnert

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Foto: Staatsministerin  Michaela Kaniber folgt den Ausführungen von Hans Berger. Rechts im Bild Amtsleiter Alfons Leitenbacher

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Foto: Hochstand: Staatsministerin  Michaela Kaniber ließ sich von Hans Berger einen Hochstand zeigen

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Schweisshund unseres anerkannten Nachsuchenführers Mirko Lietz bei einer Nachsuche am Untersberg tödlich verunglückt

Mit großer Bestürzung muss ich Euch mitteilen, dass der Hannoversche Schweisshund Aron von der Wermutschneid unseres Jagdberaters Niederwild und Nachsuchenführers Mirko Lietz am Samstag, 07.09, bei einer Nachsuche am Untersberg tödlich verunglückt ist.

Er kam zu Tode, als er bei der Nachsuche auf ein verletztes Alttier mit demselben in den Abgrund gerissen wurde. Jeder, insbesondere wenn er selbst einen Hund hat, kann ermessen, welchen Verlust der Hundeführer erlitten hat. Mirko hat mit seinem 4-jährigen Rüden schon viele erfolgreiche Nachsuchen für unsere Kreisgruppe durchgeführt. Und es führt uns vor Augen, wieviel Risiko die Nachsuchengespanne eingehen, wenn Sie für uns im Einsatz sind. Mit Aron hat Mirko einen treuen Jagdgefährten und ausgezeichneten Schweisshund verloren.

Aron

Grenzüberschreitende Kommunikation zu jagdlichen Themen

Auf Einladung der Bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, MdL trafen sich Anfang Juli die Vertreter der Jagd aus Berchtesgaden, Hans Berger (2vr), Hans Niederberger (2vl) und Werner Schmölz (l), Salzburgs Landesjägermeister Max Mayr-Melnhof (3vl) und BJV Pressesprecher und Vizepräsident Thomas Schreder (r) im Bayerischen Landtag. Aktuelle Themen aus der Region sowie Planungen für gemeinsame grenzüberschreitende Projekte prägten das informative Gespräch. Alle Teilnehmer waren sich einig, den fachlichen Austausch zeitnah fortzusetzen, um in die Planung konkreter Maßnahmen einzusteigen.

 Kaniber mellenhof

Informationen zu Schalldämpfern in Österreich

Aktuelles Schreiben vom Innenministerim in Österreich

In Beantwortung Ihres Schreiben vom 11.01.2019 darf zur Klarstellung darauf hingewiesen werden, dass gemäß § 17 Abs. 3a WaffG Schalldämpfer ohne Bewilligung nur für nachweislich zur Ausübung der Jagd mitgebrachte oder eingeführte Schusswaffen mitgenommen und besessen werden dürfen.

Dies bedeutet, dass die Mitnahme von Schalldämpfern aus Deutschland nach Österreich zum (alleinigen) Zweck der Verwendung auf Schießstätten (z.B. zum Einschießen) – auch Jägern - nicht gestattet ist.

Nur jene Schalldämpfer, die nachgewiesener Maßen zur Jagd nach Österreich mitgenommen werden, dürfen im Rahmen der Jagdreise auch auf Schießstätten verwendet werden.

  1. Januar 2019

Für den Bundesminister:

AL Mag. Bernhard Moser

Jäger üben für die kommende Jagdsaison

Frühjahrsschießen 2019 der Kreisjägerschaft erfolgreich in Unken durchgeführt.

Berchtesgadener Land: Treffsicher schießende Jagdwaffen auf der Jagd zu führen ist eine wichtige Grundlage sicherer und waidgerechter tierschutzkonformer Jagdausübung. Dem dienen speziell im Frühjahr vor Aufgang der Jagd das Einschießen und Kontrollschießen.
Es gibt dazu landesweit Schießveranstaltungen, die nach regionalen speziellen Anforderungen unterschiedlich strukturiert sind. Der BJV-Kreisschießobmann Tobias Berger und der Vorstand legten nach diesen Gesichtspunkten die Schwerpunkte des Schießens fest.
Neben dem Einschießen bzw. Kontrollschießen der Gewehre, dem sich alle unterzogen , war seitens der Schießorganisationsmannschaft der Erwerb der BJV-Jubiläumsnadel auf 100m auf Rehbock- oder Gamsscheibe, ebenso die spezielle BJV-Gamsnadel auf 100m und 250m zu schießen, angeboten. Eine Wildscheibenübungsserie u.a. Fuchs- und Krähenscheiben mit dem KK ergänzte das Übungsangebot.
Von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr hatte die Organisationsmannschaft mit der Aufsicht, der Auswertung und der Sicherstellung des reibungslosen Ablaufes gut zu tun.
Die Teilnehmenden konnten ihre Waffen einschießen, und geschossene Büchsennadeln sofort in Empfang nehmen. Wer wollte, nahm an den vorgenannten weiteren Übungen zum Erwerb weiterer Nadeln und zum Erzielen von schönen Schiesspreisen , die im Anschluss im Schießstand Unken übergeben wurden, teil.
Die besten drei Ergebnisse bei der BJV-Gamsnadel erzielten Martin Kroiss, Josef Pfnür jun. und Martina Stawny-Wenta mit jeweils 30 Ringen auf 100m und 250m auf die Gamsscheiben.
Bei der KK-Wildserie lag Philipp Berschl mit 90 Ringen vorne, gefolgt von Tobias Berger und Martin Kroiss und ringgleich Manfred Hau mit jeweils 89 Ringen.
In seinem Dank und Anerkennung an die Teilnehmer lobte der 1. Vorsitzende Hans Berger die ausgezeichnete Organisation und Durchführung die Schießleitungsmannschaft ganz besonders. Jäger, die zu Übungsschießen gehen und auch die Jägerinnen und Jäger, die individuell zum Kontrollschießen und üben vor Aufgang der Jagdsaison die Stände aufsuchen und üben für die Treffsicherheit, sei „freiwillige jagerische Pflicht“. Außerdem bedankte sich Hans Berger beim Schießstandpersonal von Unken, insbesondere beim Oberschützenmeister Hubert Leitinger. Die Preisverteilung fand im Schießstand statt und endete mit einem harmonischen Ausklang.

Fruehjahrsschiessen2019

 Beim Frühjahrsschießen wurde Manfred Hubwieser für 40-jährige Mitgliedschaft im BJV geehrt.

Ehrung

 

Hegeschau 2019 in Teisendorf

Jäger haben Verbiss im Visier

„Wir Jäger im Landkreis bemühen uns, dass ein zukunftsträchtiger, artenreicher und naturnaher Mischwald wachsen kann. Dieser Wald bietet unseren angepassten Wildbeständen besten Lebensraum.“ Diese Aussage von Hans Berger, 1. Vorstand der Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Landesjagdverband Bayern, zog sich wie ein roter Faden durch die Reden bei der diesjährigen Hegeschau, wo zahlreiche Jäger aus der Region traditionell die Trophäen ihres erlegten Wildes präsentieren.
Schon am Vormittag konnte sich die Öffentlichkeit im Teisendorfer Poststall bei einem Frühschoppen einen Überblick über die Jagdtätigkeit im Landkreis verschaffen und die mehr als 2000 ausgestellten Exponate bewundern.
Vorstand Hans Berger konnte im vollbesetzten Poststall viele Ehrengäste begrüßen, darunter Landrat Georg Grabner, Teisendorfs 1. Bürgermeister Thomas Gasser und zahlreiche Vertreter von Forst- und Jagdbehörden.
Landrat Georg Grabner bedankte sich bei den Jägern, dass diese sich wieder mit viel Einsatz um die notwendigen Abschüsse bemüht hätten. Die Pläne seien nicht übererfüllt worden. „Bitte bleibt bei der Bejagung von Rehwild am Ball“, appellierte er. Beruhigen konnte Grabner beim TBC Befall von Rotwild und der Afrikanischen Schweinepest. Beide Krankheiten seien im Landkreis nicht nachgewiesen worden.
Bürgermeister Gasser plädierte für ein gutes Miteinander von Bauern und Jägern. Ein gutes Miteinander sei wichtig, genauso wie „hegen und schießen“, so der Bürgermeister, der den Jägern seine Unterstützung zusicherte.
Daniel Müller sei nicht glücklich, dass der Verbiss leicht zugenommen habe. Das langfristige Ziel bleibe, die Verbisssituation zu verbessern. In der Naturverjüngung habe der Tannenanteil zugenommen.
Dass in der Verjüngung der Tannenanteil steigt, bestätigte auch Alfons Leitenbacher. Bezüglich der Verbisssituation, fügte er aber gleichzeitig hinzu, sei „etwas Handlungsbedarf“. Denn im Berchtesgadener Land zeigen die Ergebnisse des Forstlichen Gutachtens 2018 eine negative Tendenz. In den Revieren mit zu hohem Verbiss müsse sich die Abschussfestsetzung auch an der Verbisssituation orientieren und die Erfüllung des Abschusses konsequent eingefordert werden.
Hochwildberater Andreas Soyter konzentrierte sich in seinem Vortrag auf das Rotwildkonzept im Landkreis. Gerade der letzte Schneereiche Winter habe gezeigt, dass ein Kirr- und Fütterungskonzept aktueller sein denn je, denn die Fütterungen seien „suboptimal“. Auch Hochwildhegeleiter Hans Niederberger befürwortet, dass man es mit dem Rotwildkonzept nochmal probieren sollte. Besorgt zeigte er sich um die Gams. Nur zwei Medaillen sei ein Alarmzeichen für den Bestand. Der schwere Winter habe in den Hochlagen viel Fallwild gefordert. Problem ist nicht der Schnee selbst, sondern in der Beunruhigung durch Touren- und Schneeschuhgeher.
Bei den Rehen lag der Fallwildanteil bei 8,5 Prozentder Gesamtstrecke von 2774 Tieren, wusste Niederwildberater Erich Tropp zu berichten. Die körperliche Verfassung der Rehe bezeichnete er als gut.
Zum ersten Mal hatte der Kreisverband mit Hans Haunerdinger, Jagdvorsteher aus Leobendorf, einen Vertreter der Grundeigentümer eingeladen, um deren Sicht zur Jagd vorzustellen. Seine Grundphilosophie – es gehe nur miteinander und nicht gegeneinander – war genau so klar, wie seine Forderung an die Jägerschaft: Abschuss erhöhen, Reviere sauber halten.
Für Ihre herausragende Arbeit im Kreisverband wurden vier Jagdakteure geehrt. Vorstand Hans Berger überreichte August Schiel und Andreas Wolf das Jäger Ehrenzeichen in Bronze. Andreas Soyter und Mirko Lietz wurden mit dem Hundeführer Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Die Rupertiwinkler Jagdhornbläser sorgten in bewährter Weise für den musikalischen Rahmen.

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Bayerische Staatsforsten und Bayerischer Jagdverband helfen gemeinsam dem heimischen Rotwild

(Januar 2019) – Berchtesgadener LandHand in Hand kümmern sich Forstbetriebsleiter, Revierjagdmeister und Förster der Bayerischen Staatsforsten mit Vertretern des Bayerischen Jagdverbands um die sichere Überwinterung des Rotwildes.

Die Lawinengefahr war inzwischen wieder gering, als in Melleck die Heuballen geschultert wurden. Hans Niederberger, Leiter der Hochwild-Hegegemeinschaft Berchtesgaden und Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe Berchtesgadener Land meldete am Vortag seinem Stellvertreter, Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller, dass in einem Bereich, den er selbst mitbejagt, vier Stück Rotwild unterhalb der Sellarnalpe im Schnee feststecken. „Mit einem Hubschrauber müsse Heu auf den Berg geflogen werden“ forderte Niederberger. Da ein Hubschrauber das Wild und die geschützten Raufußhühner in eine kraftzehrende Flucht jagen würde, sollte versucht werden, das Rotwild mit duftendem Heu ins Tal an die Fütterung zu locken. Schon 24 Stunden nach dem Hilferuf brachen Niederberger und Müller gemeinsam mit dem zuständigen BaySF-Förster Peter Pasquay, dem Revierjagdmeister Hubert Reiter und dem ehemaligen Revierjäger Otto Heitzmann auf. Mit Tourenski bzw. mit Schneeschuhen ging es in schwierigstes Gelände, um eine sogenannte „Futterschleppe“ aus hochwertigem Heu zu legen. Über Nassschnee-Lawinen und von Schnee gebrochenen bzw. von Staublawinen geworfenen Bäumen wurde eine Kette von kleinen Heu-Häufchen verteilt. Folgt das Rotwild diesen Leckerbissen, findet es sich am Ende an der Fütterung von Hans Niederberger wieder. Wie an der Fährtenlage erkennbar war, hatten die Hirschen schon nach zwei Tagen den halben Weg ins Tal geschafft. „Ein toller Erfolg für Wild und Wald“ lobte der Hegeringleiter und dankte den Vertretern der Bayerischen Staatsforsten für die vorbildhafte gemeinsame Aktion. Dr. Georg Holzhey, der örtliche Jagderlaubnisnehmer, unterstützte die Hilfsaktion unter anderem mit einer Brotzeit für die fleißigen Jäger. Jetzt bleibt zu hoffen, dass sich das Wild nicht durch Tourengeher verschrecken lässt und auf den durch Lawinenabgänge freigelegten Grasflächen verbleibt und dort junge Bäumchen verbeißt.

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v. l. Revierjagdmeister Hubert Reiter, Hochwild-Hegegemeinschaftsleiter Hans Niederberger, ehemaliger Revierjäger Otto Heitzmann, BaySF-Förster Peter Pasquay und Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller

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Revierjagdmeister Hubert Reiter wirft Heu aus

Berchtesgadener Jägerschaft begeht Hubertusfeier in Berchtesgaden

„Unsere Wildtiere sind Teil der Schöpfung!“

Die Legende vom heiligen Hubertus besagt, dass Hubertus von Lüttich Gott keinen Platz mehr in seinem Leben einräumte und an einem christlichen Feiertag unbotmäßigerweise zum Jagen ging. Es begegnete ihm ein Hirsch, dem er nachstellte. Als er diesen stellte, wandte der Hirsch ihm sein Haupt zu und hatte ein Kreuz zwischen den Geweihstangen. Gleichzeitig ertönte die Stimme Gottes, die fragte „Hubertus! Warum verfolgst Du mich?“. So wurde Hubertus bekehrt und ihm wird seit jeher am 3. November als Schutzpatron der Jäger gedacht.
Kaplan Rauffer ging in seiner Predigt auf diese Legende ein. Für die Jäger ist sie Grundlage ihres Leitsatzes „den Schöpfer im Geschöpfe zu ehren“.
Auf diesen Grundsatz ging auch Hans Berger, Vorsitzender der Kreisgruppe BGL des Bayerischen Jagdverbands in seiner Ansprache vor der Messe ein. Etwa zweihundert Jäger hatten sich auf dem festlich geschmückten Vorplatz der Stiftskirche in Berchtesgaden eingefunden.
Er erinnerte an die jagdgeschichtliche Bedeutung der Region als Revier der bayerischen Könige. Damals seien die Wildbestände noch gehegt und gepflegt worden. In der heutigen Zeit sei die Jagd überwiegend in den Händen der Bayerischen Staatsforsten und des Nationalparks mit der Folge, dass dort nun unter völlig anderen Gesichtspunkten gejagt werde.
Die Hubertusmesse sei Anlass für die Stunden in der Natur zu danken.
Es seien aber nicht nur schöne Stunden, die die Jagd ausmachen – Jagd bedeute auch die Bereitstellung eines hochwertigen Lebensmittels und sie ist Garant für ein Gleichgewicht der Natur und für einen gesunden Wald. „Jagd ist eine  Dienstleistung an der Gesellschaft“, so Hans Berger.
Der Respekt vor der Kreatur und jagdliches Brauchtum blieben heute leider oft auf der Strecke. Der Vorsitzende macht hierfür Argumente wie Wirtschaftlichkeit, Objektschutz und Klimawandel verantwortlich, die eine Bejagung der Wildtiere über das gesamte Jahr rechtfertigen sollen.
„Wald mit Wild ist unser Leitsatz!“ unterstrich er, weswegen die Jägerschaft an ihren Traditionen festhalten werde.
Gerade aber das „Wild“, also jene Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, geniesse nur wenig Schutz. Zum Schutz mancher anderer Tierarten werden ganze Bauprojekte abgeblasen oder Ruhezonen und Ersatzlebensräume eingerichtet. Im Falle des Schalenwildes ist es anders herum – hier sei dann Abschuss und Reduktion der Tierzahlen die Lösung. Er bat die Verantwortlichen, alle Tiere gleich zu behandeln und gleich zu werten.
Auch bezüglich der Ansiedlung der großen Beutegreifer wie Wolf und Luchs fand seine Rede klare Worte. „Es ist verwunderlich, dass gerade die Personen, die wenig über die Zusammenhänge in der Natur wissen,  solche Forderungen stellen.“ Unsere Landschaft sei dicht besiedelt und große Prädatoren haben hier keine Platz mehr. Die Jägerschaft stelle sich klar auf die Seite der Landwirte, Almbauern und Schäfer, so Berger.
Zum Abschluss wünschte er sich, dass alle, welche mit der Jagd zu tun haben, menschlich und respektvoll miteinander umgehen mögen.
Nach seiner Ansprache wurde die vor der Stiftskirche gelegte Strecke verblasen und noch einmal  auf die Bedeutung und die Schutzwürdigkeit der einzelnen Wildtierarten eingegangen.
Nach dem „Jagd vorbei“ und „Halali“ begaben sich die Jäger und Gäste in die festlich geschmückte Stiftskirche, in der Kaplan Rauffer eine würdige Hubertusmesse zelebrierte. Umrandet von den hervorragenden Rupertiwinkler Jagdhornbläsern gelang ihm eine interessante und nachdenklich stimmende Predigt, in der er natürlich auch noch einmal auf den heiligen Hubertus einging und ermahnte, dem Herrn im Leben den gebührenden Platz einzuräumen und als Jäger stets den Schöpfer im Geschöpf zu ehren.
Anschliessend begab sich die Festgemeinde zum Gasthof „Zum Neuhaus“, um die Feier gemütlich ausklingen zu lassen.
Nach einem hervorragenden Wildessen begrüßte der Vorsitzende noch einmal die Jäger und Ehrengäste, unter ihnen der stellvertretende Landrat Helmut Fürle, Angelika Niedl und Wolfgang Kastner vom Landratsamt, der Ehrenvorsitzende der Kreisgruppe Hans Niederberger, der ehemalige Vorsitzende der Kreisgruppe Karl Willer, Dr. Daniel Müller, Leiter der  Bayrischen Staatsforsten Berchtesgaden und die Berufsjäger. Er dankte besonders Max Neudecker für die hervorragende Organisation der Feier und das festliche Schmücken der Strecke.
Auch der stellvertretende Landrat Helmut Fürle richtete das Wort an die Jäger und betonte auch noch einmal die Bedeutung der Jagd und der Waidgerechtigkeit im Besonderen.
Musikalisch umrahmt von der „Salzwieser Tanzlmusi“ galt es noch wichtige Ehrungen vorzunehmen, an den alt-verdienten und den ganz jungen Jägern.
Zu den Verdientesten der Kreisjägerschaft gehört Hubert Niederberger, ehemaliger Vorsitzender und seit 57 Jahren Mitglied im Bayrischen Jagdverband. Er wurde zu seinem 90. Geburtstag durch den Vorsitzenden besonders geehrt und beschenkt. Angesichts der Rüstigkeit und Feierlaune des Jubilars mochte man das Lebensalter beinahe anzweifeln.
Eine weitere Ehrung durften die Jungjäger erfahren. Sie gehören zu den Absolventen der Rupertiwinkler Jagdschule und haben in diesem Jahr ihre Jägerprüfung bestanden. Acht von ihnen nahmen an diesem Abend sichtlich stolz ihren kunstvoll gestalteten Jägerbrief entgegen.
Bei guter Musik und interessanten Gesprächen fand die gelungene Hubertusfeier in den frühen Morgenstunden ihren Ausklang.

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„BJV Vorsitzender Hans Berger hielt vor der Stiftskirche Berchtesgaden eine Ansprache zu aktuellen Jagdthemen“

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„Zusätzlich zum Jagdschein bekamen die Absolventen der Jägerprüfung kunstvoll gestaltete Jägerbriefe“

Staatsministerin Michaela Kaniber eröffnet Symposium „Mensch – Bergwald –Wild“

Mammutaufgabe für vielfältige Ansprüche im Alpenraum

Bayerisch Gmain. Der Alpenraum wird zunehmend überbeansprucht und überfordert. Wie kann die Balance zwischen den verschiedenen Interessen und Interessensgruppen gefunden werden um das Ökosystem auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Dies wurde beim Symposium „Mensch – Bergwald – Wild“ in Bayerisch Gmain intensiv diskutiert.
Eingeladen hatte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein in enger Zusammenarbeit mit der Jägerschaft des Berchtesgadener Land.
Die Veranstaltung war gut besucht. Ca. 140 Interessierte aus dem Bereich Waldbauern, Jäger, Forstleute, Bund Naturschutz, Tourismus, Wasserwirtschaft, Vereine, Behörden und Politik waren der Einladung gefolgt.
Die Tagung eröffnete Staatsministerin für Landwirtschaft und Forsten Michaela Kaniber. Sie hatte nach zahlreichen Gesprächen mit verschiedenen Interessensgruppen die Veranstaltung angeregt, welche als Forum für alle, denen die Zukunft unserer einmaligen Gebirgswelt am Herzen liegt und die sich konstruktiv bei der Suche nach gemeinsamen Lösungen einbringen wollen.
„Wir stehen in der großen Verantwortung, dieses wertvolle Erbe, diese einzigartige Kulturlandschaft in ihrer ganzen Vielfältigkeit zu erhalten und in eine sichere Zukunft zu führen“, so die Staatsministerin.
Die Bedürfnisse der Waldbesitzer und Jäger dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dafür habe sie sich auch bei der Fortschreibung des Waldpaktes eingesetzt. Auch auf die Auswirkungen der zunehmenden Freizeitgestaltung in den Alpen ging die Ministerin ein und erwähnte als Beispiel die Schitouren mit Stirnlampe oder das Mountainbiken auch abseits der Wege.
Folgt man den Statements der Vertreter einzelner Interessengruppen erkennt man in der Schwerpunktsetzung viele Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede, die letztendlich zusammengeführt und aufeinander abgestimmt werden müssen. Die Forstwirtschaft hat vor allem den Bergwald als zentrales Element des Alpenraumes im Blick. Dieser müsse fachgerecht geschützt und bewirtschaftet werden.
So äußerten sich Dr. Gerhard Schreyer, der ehemalige Leiter der Bayerischen Staatsforstverwaltung, Walter Raith, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, Peter Nagel, Geschäftsführer von BGL Tourismus jeweils aus deren speziellen Sichtweise zum Thema.
Im Anschluss hatten Hans Berger, 1. Vorsitzender der Kreisgruppe BGL und Thomas Schreder, Vizepräsident vom Bayerischen Jagdverband das Wort und beide sind überzeugt, dass Wald und Wild zusammengehöre. Den Bauernstand vertrat Georg Baumgartner, BGL-Kreisbauernobmann und meinte, man brauche keine Überregulierungen und keine schleichende Enteignung der Bauernschaft, um die Umwelt zu schützen. Die Jagd sei heute für alle notwendiger denn je.

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Aktuelle Information des Landratsamts

Hinweise für Jäger bei Auffinden eines toten Wildschweines im Landkreis Berchtesgadener Land

Die Wildschweinzahlen im Landkreis Berchtesgadener Land sind bisher sehr gering und nicht mit der Wildschweindichte z. B. in Niederbayern zu vergleichen. Dennoch wird nachfolgend der vorgesehene Ablauf bei Fund eines toten Wildschweines im Landkreis BGL dargestellt:
Das Landratsamt/Veterinäramt BGL ist vom zuständigen Jäger über den Fund zu informieren (Tel.: 08651/773-204); In Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt wird dann die weitere Vorgehensweise (Bergung des Tierkörpers Entnahme von Proben, Einsendung der Proben ans zuständige Labor) besprochen.
Für weiter Informationen zur Afrikanischen Schweinepest beim Wildschwein wird auf die Homepage des LGL (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) verwiesen.

Anschußseminar am 12. Mai

Am letzten Samstag, 12. Mai, fand zum ersten Mal ein Anschussseminar unter der Leitung eines der Nachsuchenführer der Kreisgruppe Berchtesgadener Land,  Mirko Lietz, und eines weiteren anerkannten Nachsuchenführers, Manfred Lindsey, am Surspeicher statt. Fünf Teilnehmer fanden sich zu diesem Seminar ein, eine Teilnehmerin war sogar von München angereist.
Es stellte sich heraus, dass die geringe Teilnehmerzahl ein großer Vorteil war, denn somit erhielten die Veranstalter die volle Aufmerksamkeit, die sie verdienten.
Gezeigt wurde an 16 Stationen, was man aus einem Anschuss alles herauslesen kann. Allen Teilnehmern wurde sehr schnell bewusst, wie unachtsam man oft an den Anschuss herangeht. Gezeigt wurde, dass man viele Dinge beachten muss um zu erkennen, ob und wie die Nachsuche auf ein krankes Stück sich gestalten wird. Und ob man nicht doch besser auf einen Spezialisten in Form eines Nachsuchenführers zurückgreifen sollte. Manfred Lindsey zeigte explizit, auf was man alles achten muss: Schnitthaare und deren Länge, Farbe des Schweisses, ob Gewebestücke verteilt sind, sogar die Konsistenz der Knochensplitter wurden unter die Lupe genommen. Glatte Röhrenknochensplitter deuten z.B. auf einen Laufschuss im unteren Bereich hin, mit Gewebe dran, aus dem oberen Bereich. Knochenfragmente, die biegsam sind, lassen auf eine Verletzung im Rippenbereich schliessen etc. Eine Station wurde intensivst von den Teilnehmern untersucht, bis einer auf einen Baum deutete. Dies war eine Anschussstation die darauf abzielte zu merken, dass hier ein Fehlschuss vorlag, denn der Baum war von einer Kugel durchschlagen worden!
Auch wurde ein Reh an einer Aufhängung befestigt und eine weisse Plane dahinter ausgebreitet. Am Morgen hatte einer der Seminarleiter dem bereits zuvor erlegten Tier zu Demonstationszwecken einen Kammerschuss angetragen und anhand der Plane konnte man sehen, wie weit die Pirschzeichen verteilt waren, sogar den Kugelriss sah man eindeutig. Dies ist für jeden Hundeführer wichtig, denn durch diese Erkenntnis führt man den Hund nicht stur zum Anschuss, der für den Menschen eindeutig erkennbar ist, sondern verlässt sich auf seinen Hund, der vielleicht schon im Umkreis des sichtigen Anschusses die Witterung aufnimmt. Abschliessend demonstrierte noch Mirko Lietz, wie er seinen Hannoverschen Schweisshund Aron eingearbeitet hat bzw. wie dieser ihm verweist und gab praktische Tipps zur Einarbeitung jedes Hundes auf Schweiss. Zwischendurch schon hervorragend verköstigt durch Frau Lietz, hatten alle Seminarteilnehmer abschliessend in gemütlicher Runde die Möglichkeit, weitere Fragen zu stellen und die eine oder andere spannende, persönliche Nachsuchengeschichte zu erzählen.
Abschliessend galt der Dank an beide Referenten und jeder Seminarbesucher bestätigte, dass dies eine ausserordentlich lohnenswerte Veranstaltung gewesen sei. Und auch hoffentlich nicht die letzte dieser Art.

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Bauernverband, AELF und Jagdverband an einem Tisch

Umfangreiche Gespräche rund um die Jagd

von Hans Berger

BGL/TS: Anlässlich der Neubesetzung des Geschäftsführers des Bayerischen Bauernverbandes in der Geschäftsstelle in Traunstein bat der 1. Vorsitzende der Kreisjägerschaft Berchtesgadener Land, Hans Berger um ein Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen.
Der besagte Termin fand im Gebäude des AELF`s in Traunstein im Beisein vom Behördenleiter, Alfons Leitenbacher und dem Bereichsleiter Forst, Hannes Lechler, statt. Anwesend war der neue Geschäftsführer des BBV TS Matthäus Michlbauer, sowie von der Kreisjägerschaft Berchtesgadener Land, 1. Vorsitzender Hans Berger, 2. Vorsitzender Werner Schmölzl und Ehrenvorsitzender Hans Niederberger.
Nach einer Vorstellungsrunde erläuterte Hans Berger, dass ihm das Verhältnis zum Bauernverband und zum AELF wichtig sind. Nur mit einem Miteinander wird das gemeinsame Ziel, ein waldverträglicher Wildbestand in der Region erreicht. Berger betonte aber auch, dazu seien ein fairer Umgang und gegenseitiges Verständnis von großer Bedeutung.
Herr Michlbauer stellte die Frage in den Raum, wie der Jagdverband zur Schwarzwildproblematik, zu Biber und Fischotter und letztendlich auch zum Wolf stehe. Werner Schmölzl sagte den Landwirten die grundsätzliche Unterstützung zu und erklärte, dass die Jäger im BGL entsprechend der Gesetzeslage handeln werden.
Alfons Leitenbacher betonte die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe BGL und brachte nochmal die richtungsweisenden Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft Rehwild in Erinnerung. Außerdem regte er an, die Diskussion über ein Schalenwild- und Fütterungskonzept im BGL wieder aufzunehmen. Hans Niederberger erkundigte sich nach dem Stand des Vegetationsgutachtens. Hannes Lechler erklärte, die Aufnahmen seien abgeschlossen, Ergebnisse lägen aber noch keine vor. Zur Erläuterung der Gutachten und der revierweisen Aussagen wies er auf das bewährte Mittel der Revierbegänge hin, die weiterhin vom Amt angeboten werden.
Zum Schluss der Gesprächsrunde bedankte sich Hans Berger bei allen Beteiligten und bot dem Bauernverband und dem AELF die Unterstützung und Zusammenarbeit an. Er betonte nochmal, dass die Kreisjägerschaft der Ansprechpartner in allen Belangen rund um die Jagd ist.

 Bauernverband

Bild: AELF

Klares Ja zur Hegeschau

Die Kreisgruppe Berchtesgadener Land des Landesjagdverbandes Bayern (BJV) führte am 17.03.2018 ihre alljährliche Hegeschau durch

von Monika Konnert

Teisendorf: Einmal im Jahr müssen Jäger die Trophäen ihres erlegten Wildes der Öffentlichkeit präsentieren. So geschehen am Samstag im Poststall Teisendorf, wo die Kreisgruppe Berchtesgadener Land des Landesjagdverbandes Bayern (BJV) ihre Hegeschau durchführte. Schon am Vormittag konnte sich die Öffentlichkeit bei einem Frühschoppen einen Überblick über die Jagdtätigkeit im Landkreis verschaffen und die über 2.000 ausgestellten Exponate bewundern. Darunter war erstmals auch das Fell eines Marderhundes, der bei Weildorf in die Falle ging. Der Marderhund kommt ursprünglich aus dem östlichen Sibirien und breitet sich erst seit den 1960ern in Deutschland aus. Einig war sich die Versammlung, dass die Pflichthegeschau in Bayern beibehalten werden muß. Daher wurde die in diesem Sinne kürzlich getroffene Entscheidung des Bayerischen Landtags einstimmig begrüßt.

Pünktlich um 13:00 Uhr eröffnete Hans Berger, Vorstand der Kreisgruppe Berchtesgadner Land den amtlichen Teil der Hegeschau im vollbesetzten Saal des Poststalls. Neben den mehr als 200 Jägerinnen und Jägern, waren zahlreiche Ehrengäste gekommen, darunter die Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber, Landrat Georg Grabner und der erste Bürgermeister von Teisendorf Thomas Gasser. In ihren Grußworten betonten alle die gute Zusammenarbeit mit den Jägern und das konstruktive Verhältnis zwischen Jägern, Landwirten und Waldbesitzern in der Gemeinde und im Landkreis. Das sei nicht berall so, so der Landrat, umso mehr freue es ihn, denn davon könnten alle nur profitieren. „Bayern steht zur Jagd und zu seinen Jägern“ betonte die Landtagsabgeordnete Michaela Kaniber, daher auch das klare Bekenntnis der CSU im Landtag zur Beibehaltung der Hegeschauen. Sie freue sich auch über den zahlreichen Jägernachwuchs; er sei Garantie, dass jagdlichen Aufgaben auch in der Zukunft erfüllt werden können. Der Bitte nach enger Zusammenarbeit zum Wohle von Wald und Wild schloß sich Daniel Müller, Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden der Bayerischen Staatsforsten an. Wichtig sei den Staatsforsten die tierschutzgerechte Jagd sowohl zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz als auch für die Direktvermarktung des wertvollen Lebensmittels Wild.

Hochwildjagdberater Andreas Soyter konzentrierte sich in seinem Vortag auf die Themen „Geschlechterverhältnis“ und „Überwinterung“. Beim Umbau des Geschlechterverhältnisses seien zwar leichte Erfolge erzielt worden, die Situation im Landkreis sei aber noch nicht zufriedenstellend.  Er mahnte eine ambitioniertere Vorgehensweise an, um mittelfristig messbare Erfolge zu erzielen. Auch kritisierte er die überdimensionierten Kirrungen (Lockfütterungen), die in manchen  Gebirsgbereichen  Rotwild vom Zug in die Wintergatter abgehalten hätten. Es würde daher dringend ein Kirr- und Fütterungskonzept benötigt. Hier läge der Ball bei der Jägerschaft und der Hochwildhegegemeinschaft.

Der strenge Winter habe dem Hochwild stark zugesetzt, erläuterte Hochwildhegeringleiter Hans Niederberger. Das Wild sei deshalb in tiefere Lagen gewandert. Als Folge sei dort der Verbiß trotz Erfüllung des  Abschusses angestiegen. Beim Rotwild liege die Abschußerfüllung in der Hegegemeinschaft bei  82,5 %, beim Gamswild bei 86%. Davon seien 40 % Gamsböcke. Die Gamsstrecke habe sich in den letzten Jahren stetig erhöht auf jetzt 416. Diese Entwicklung sei kritisch zu hinterfragen, so Niederberger. „Geht’s mit der Gams behutsam um“ mahnte er.

Zufrieden mit der Abschlusserfüllung in  den fünf Niederwild-Hegegemeinschaften zeigte sich Niederwildjagdberater Erich Tropp. Gegenüber dem Vorjahr seien 120 Rehe mehr geschossen worden, bei Rehwild  liege die Quote bei 112 %. Dem Rehwild gehe es sehr gut. Sowohl die Trophäenqualität als auch das Wildbretgewicht seien deutlich gestiegen. Schwarzwild spiele im Landkreis keine Rolle. Es seien  nur ein  Keiler und zwei  Bachen erlegt worden. Tropp gab auch für weitere Arten die Abschußzahlen bekannt, und erwähnte, dass auch Arten wie Waschbär, Fischotter und Marderhund im Kommen seien.

Warum Jagd eigentlich Waldbau sei, führte Leitender Forstdirektor Alfons Leitenbacher,  Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Ernährung  in seinem Referat aus. „Jagd kann einen naturnahen Waldbau massiv behindern oder erschweren oder massiv unterstützen“ meinte er. Denn zwischen Schalenwild und Wald bestehe eine enge Wechselwirkung. Das Jagdmanagement habe  einen großen Einfluß auf die Zusammensetzung und Struktur  der Wälder und damit auf ihre Gesundheit, Stabilität und Leistungsfähigkeit. Ein naturnaher  Wald mit hohem Artenreichtum sei  produktiv und zukunftsfähig und tue auch dem Reh gut. Daher müsse das Ziel ein waldverträglicher Wildbestand auf ganzer Fläche sein. Wie im Jagdgesetz festgelegt solle die  Bejagung die natürliche Verjüngung standortgerechter Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.

Dem schloss sich 1. Vorstand Hans Berger abschließend an. Als Vertreter der Jägerschaft setze er sich dafür ein, dass im Landkreis ein stabiler Wald wächst, der den Anforderungen der Zukunft gerade im Klimawandel gerecht werde. Er appelliere an alle, die mit der Jagd zu tun haben.im Gespräch zu bleiben um gemeinsam  dieses Ziel zu erreichen. Als Forum für Information und Meinungsaustausch zwischen Verband, Politik, Wissenschaft und  Behördenvertretern würden die Hegeschauen dabei eine wichtige Rolle spielen und sollten in Richtung Informationsveranstaltung weiterentwickelt werden.

Musikalisch umrahmt wurde die Versammlung in bewährter Weise von dem Jagdhornbläsercorps der Kreisgruppe Berchtesgadener Land.

Bilder von der Hegeschau finden Sie in unserer Bildergallerie

Erfolgreiche Fuchswochen der Kreisjägerschaft

Jungjäger leisten Beitrag zur Kontrolle des Raubwildes

Der Hochwinter ist die Hauptsaison der Fuchsjagd. Auf den ersten Blick mag man sich fragen, wofür sich Jäger in der Kälte die Nacht um die Ohren schlagen. An den eher geringen staatlichen Abschussprämien liegt es nicht.
Vielmehr sind es Seuchenkontrolle und das Erlösen schwer erkrankter Tiere, die den Jäger in die Winternacht treiben. Da der Fuchs keine natürlichen Feinde im Tierreich hat, hat die Population solche Größen erreicht, dass sich gefährliche Tierseuchen mehr und mehr ausbreiten.
Der Fuchsbandwurm ist schon lange endemisch und bis zu 30% der Füchse sind infiziert. Der Parasit wird weniger Fuchs und Hund als vielmehr dem Menschen lebensbedrohlich.
Im vergangenen Jagdjahr fiel den Jägern auch einer hoher Anteil an Fuchsräude auf. Viele der Tiere litten unter massiven Juckreiz und hochgradigem Haarausfall. Für die befallenen Füchse bedeutet eine Infektion oft einen qualvollen Tod. Freilaufende Hunde infizieren sich vor allem an Fuchsbauen.
Zu guter Letzt wurde im letzten Jahr nun auch noch bei drei Füchsen der Verdacht auf die Staupe im Labor bestätigt. Die Staupe ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die Füchse und Hunde befällt. Sie führt über Magen-Darm-Symptome oder eine Infektion des Atmungstraktes hin zu Erkrankungen des Rückenmarks und Gehirns. In den meisten Fällen verläuft sie unter Qualen tödlich.
Die Jägerschaft ist aufgerufen, erkrankte Tiere zu erlösen und durch gezielte Bejagung die Fuchspopulation einzudämmen. Denn je dichter der Besatz umso besser können sich die Krankheiten Fuchsbandwurm, Räude und Staupe ausbreiten.
In diesem Jahr rief die Kreisjägerschaft des Bayerischen Jagdverbandes aus diesen Gründen erstmals die Fuchswochen für Jungjäger aus. Jagdliches Ziel war die Dezimierung der immer weiter wachsenden Raubwildpopulation. Ein weiteres Ziel war aber auch die Förderung des Zusammenhalts und der Freundschaft der jungen Jäger.
„Es gibt sicher angenehmeres, als sich bei Minustemperaturen die Nacht auf dem Hochsitz um die Ohren zu schlagen. Aber es ist ein Dienst am Wildtier und an der Gemeinschaft.“, so der Kreisvorsitzende des Bayerischen Jagdverbandes Hans Berger. Er lud die Jungjäger zur gemeinsamen Streckenlegung und bedankte sich mit einem Weißwurstfrühstück bei den 20 teilnehmenden Jungjägern. Die Streckenlegung mit den Jagdhornbläsern drückt den Respekt und die Achtung vor dem erlegten Tier aus und ist wichtiger Bestandteil des jagdlichen Brauchtums.

Insgesamt konnten in den Fuchswochen 26 Füchse, 10 Marder und 2 Iltisse erlegt werden -ein wichtiger Beitrag der Jägerschaft zur Kontrolle des Raubwildes und der seuchenhaften Verbreitung von Krankheiten.

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Foto Christoph Werner

Neujahrsempfang des BJV

Empfang

Die Vorstandschaft beim Neujahrsempfang des BJV mit Prof. Dr. Jürgen Vocke und der Jagdprinzessin.

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